Telefonmarketing
Unbedingter Siegeswille

Im Jahre 1993 gründen die Volkswirtschaftsstudenten Jens Bormann und Karsten Wulf die Service-Center-Firme BUW. Mit einem Startkapital von 2 400 Euro, jeder Menge Mut und Ehrgeiz mischen die Jungunternehmer die Branche auf, mit Erfolg: Erst im Februar wurde BUW von Branchenkennern zum Qualitätsführer gewählt. Eine Erfolgsgeschichte.

OSNABRÜCK. Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Jens Bormann. „Die Callboys“ hat ein Magazin über den Bericht über ihn und seinen Partner Karsten Wulf geschrieben. Karsten Wulf erinnert sich: „Wir haben damals beide geschmunzelt. Die Anfragen, die wir bekamen, waren aber leider keine Kundenanfragen, sondern Bekanntschaftsanfragen.“

Dann gräbt sich eine Falte in Jens Bormanns Stirn, und er schaut ernst. Gelungen findet er den Überschriftengag nicht. Die leicht anrüchige Headline transportiert für ihn leider das schlechte Image der Call-Center-Branche. Das hat die Branche, die in den letzten Jahren 400 000 Arbeitsplätze geschaffen hat, seiner Meinung nach nicht verdient.

Vor allem BUW nicht, das Unternehmen, das er und Karsten Wulf 1993 in Osnabrück gegründet haben und das mit seinen Service-Centern und Beratungsaktivitäten im Februar 2007 von Branchenkennern zum Qualitätsführer gewählt wurde. Aus den Telefonmarketing-Aktivitäten, mit denen die beiden Jungunternehmer starten, entwickeln sich schnell Call-Center. Später kommt Business Process Outsourcing hinzu. Heute hat BUW knapp 3 000 fest angestellte Mitarbeiter, 2006 machte die Firma einen Umsatz von 52 Mill. Euro.

Das hätte sich Karsten Wulf nicht träumen lassen, als er sich einst an der Uni Osnabrück einschrieb. Weil seine Noten nicht für den Numerus clausus bei BWL reichen, wählt er Volkswirtschaft, mit der Absicht, nach dem Vordiplom zur BWL zu wechseln. Das macht auch Jens Bormann so. Die beiden lernen sich bei einer EDV-Vorlesung kennen, verabreden sich auf ein Bier bei einer Party und verstehen sich auf Anhieb.

Beide halten das Studium für sehr theoretisch, vermissen die Praxis. Sie finden die Idee spannend, sich mit Telefonmarketing selbstständig zu machen. Der Vertrieb reizt beide, und Scheu, das Telefonbuch herunterzutelefonieren, haben sie nicht. Zu Beginn der 90er-Jahre ist ein solches „cold calling“, telefonische Auftragswerbung ohne vorherigen Kundenkontakt, rechtlich noch zulässig.

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