Teurer Rat
Was der Steuerberater leisten muss

Steuerberater sollen für sauber geführte Bücher sorgen, Unternehmern betriebswirtschaftlichen Rat geben und Existenzgründern über Anfängerfehler hinweghelfen. Doch beinahe jeder zweite Unternehmer findet die Steuer-Experten unzuverlässig und zu teuer - und macht seine Buchhaltung selbst.

KÖLN. Einen Steuerberater halten viele Existenzgründer und Jungunternehmer nicht nur für unerschwinglichen Luxus, sondern auch für unnötig. Sie glauben, die ersten Jahre auch ohne Berater auskommen zu können oder versuchen, die Kosten während der Anlaufphase möglichst gering zu halten, und verzichten deshalb auf fachkundige Beratung.

Das kann sich als schwerer Fehler erweisen. Denn unerfahrene Geschäftsleute haben häufig Wissenslücken, die sie im Nachhinein teuer zu stehen kommen. So fehlt es laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag rund zwei Dritteln der Existenzgründer an den grundlegenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, die nötig sind, um etwa Preise und Kosten richtig zu kalkulieren.

"Die Unternehmer sollten ihr Vorhaben nicht unnötig gefährden und lieber gleich zum Experten gehen", wirbt Claudia Specht von der Datev, einem Anbieter von Software für die Steuerberatung. Denn Steuerberater helfen nicht nur beim Jahresabschluss, sondern beraten ihre Mandanten auch bei der Wahl der Rechtsform, dem Erstellen eines Businessplans oder bei der Namensfindung. "Ein Viertel aller Startup-Unternehmen muss zum Beispiel innerhalb des ersten Jahres den Namen ändern, weil Markenrechte verletzt wurden", sagt Specht. "Mit einem Steuerberater an ihrer Seite können Gründer solche typischen Anfängerfehler vermeiden."

Auch für erfahrene Unternehmer kann sich der Gang zum Profi lohnen. Viele Chefs können zwar selbst Belege verbuchen oder Mahnungen schreiben. Aber nur allzu oft kommt am Jahresende das böse Erwachen. "Es ist nicht selten, dass der Steuerberater viele Fehler in der selbst erstellten Buchhaltung entdeckt", sagt Datev-Expertin Specht. Meist sei es günstiger, die Buchhaltung direkt vom Steuerberater erledigen zu lassen, als ihn am Jahresende für die Korrektur zu bezahlen.

Ein guter Steuerberater hat auch die Unternehmenskennzahlen stets im Blick und warnt den Unternehmer, wenn etwa die Kosten stark steigen oder ein Teil des voraussichtlichen Gewinns noch vor Ablauf des Jahres investiert werden sollte, um Steuernachzahlungen zu vermeiden. Auf Wunsch übernimmt der Berater sogar das Forderungsmanagement. Das kann besonders für kleine Betriebe eine große Hilfe sein, denn zu spät oder gar nicht bezahlte Rechnungen bedrohen schnell die Existenz.

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