Textildienstleister
Lukrative Geschäfte mit der Wäsche

Neben der Kleidung von Angestellten und der Bettwäsche reinigen Wäschereien zunehmend auch die Garderobe von Pflegeheim-Bewohnern. Das Geschäft zählt derzeit zu den wenigen Wachstumsfeldern der Textildienstleister.

BREMEN. Für seine Wäscherei braucht Olaf Bien, Geschäftsführer der Kampschulte GmbH, dringend Platz. Mitte April will der mittelständische Textildienstleister im westfälischen Soest den ersten Spatenstich setzen. Um 20 000 Quadratmeter wird dann die Wäscherei des Unternehmens bis Oktober vergrößert. "Wir haben im vergangenen Jahr schon eine zweite Schicht eingeführt", sagt Bien. "Doch das Geschäft mit Pflegeheimen wächst so stark, dass wir uns für diese zusätzliche Investition entschieden haben."

Allein die Waschaufträge von Altenheimen nahmen bei Kampschulte in den vergangenen zwei Jahren um 125 Prozent zu. Das Unternehmen beliefert mehr als 80 Pflegeheime. "Wir rechnen mit einer weiteren Steigerung", sagt Kampschulte-Geschäftsführer Bien, dessen Unternehmen über 80 Prozent seines Umsatzes im Gesundheitsmarkt erwirtschaftet. "Das liegt vor allem am Trend zur Übernahme der Bewohnerwäsche." Leasten Pflegeinstitutionen früher ausschließlich Bettzeug, Handtücher und Berufsbekleidung bei ihren Dienstleistern, sollen die Wäschereien heute auch gleich die persönlichen Kleidungsstücke der Bewohner abholen, reinigen und wieder ausliefern. Dazu ist jedes Textil mit einem Barcode versehen, der die Zuordnung ermöglicht.

Das Geschäft mit Pflegeheimen zählt derzeit zu den wenigen Wachstumsfeldern der Textildienstleister. Deutsche Pflegeheime versorgen aufgrund der demographischen Entwicklung immer mehr Menschen, außerdem übernehmen die Dienstleister immer mehr Aufgaben in solchen Einrichtungen.

"Besonders bei der Bewohnerwäsche haben in den vergangenen Jahren viele Unternehmen ihr Geschäft ausgeweitet", sagt Klaus Jahn, Geschäftsführer des Industrieverbandes Textil Service (Intex). Allerdings sei der Altenheimbereich auch der einzige der Branche, in dem die zu 80 Prozent mittelständisch geprägten Textildienstleister spürbar wachsen. "Wegen Einsparungen bei Krankenhaus-Kunden und wegen des insgesamt hart umkämpften Markts stagniert die Umsatzentwicklung vieler Textilservice-Unternehmen."

Rund 400 Wäschereien in Deutschland sind auf den Gesundheitssektor spezialisiert. "Da sich viele Kliniken und Pflegeeinrichtungen unter einem Dach vereinen, gibt es immer weniger Träger. Die vergeben dafür um so größere Marktvolumina an Dienstleistungen", sagt Stefan Terkatz, Geschäftsführer der Admed GmbH, einer auf das Gesundheitswesen spezialisierten Unternehmensberatung in Pulheim bei Köln. "Einzelne Wäschereien werden diesem Trend schon aus Kapazitätsgründen nicht folgen können." Um ganze Klinikketten überregional beliefern zu können, müssten sich die Textildienstleister deshalb zu Verbünden zusammenschließen. Hinzu komme das Problem der steigenden Vorfinanzierungen. "Geht man davon aus, dass pro Neukunde ungefähr ein Jahresumsatz durch die Anschaffung von Wäsche vorfinanziert werden muss, wird klar, dass eine einzelne Wäscherei auch schon aus diesem Grunde keine Krankenhauskette bedienen kann", sagt Terkatz.

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