Textilien
Ein neues Image für den Blaumann

Mit Marken lässt sich Geld verdienen. Das wissen die Hersteller von Modebekleidung schon lange. Nun zwingt der Globalisierungsdruck auch die Hersteller von Berufskleidung zu Markenbildung, um ihre Kunden an sich zu binden. Denn nur über den Preis können die deutschen Unternehmen nicht bestehen.

KÖLN. Eine kleine blaue Schildkröte ist seit 2002 das neue Markenzeichen der HB Schutzbekleidung GmbH aus Neuwied. Sie ist eine der Firmen, die inzwischen ein eigenes Markenkonzept entwickelt haben. Das Schildkröten-Motiv wählte Inhaber Klaus Berthold mit Bedacht: „Die Schildkröte hat immer ihren Panzer, der Schutz bietet. Dieses Gefühl der Sicherheit wollen wir unseren Kunden auch geben“, sagt Berthold. Gerade bei Schutzbekleidung komme es darauf an, Vertrauen beim Kunden zu gewinnen. "Auf unsere Kleidung muss sich der Kunde verlassen können", sagt Berthold. Die Raute, die zuvor das Markenzeichen der HB war, habe zu wenig Emotionen geweckt. Seit dem Jahr 2005 führt HB außerdem die Untermarke Inotec für besonders hochwertige Bekleidung. Ein Fähnchen an der Seite - ähnlich wie bei Jeanshosen - soll dem Kunden ein zusätzliches Qualitätsgefühl vermitteln.

Mit Marken lässt sich Geld verdienen. Das wissen die Hersteller von Modebekleidung schon lange. Sie investieren seit jeher viel Geld, um ihre Kunden mit Hilfe von Marken an sich zu binden. Die Berufsbekleidungsbranche dagegen vernachlässigte diese Form der Kundenbindung lange Jahre, der Blaumann verkaufte sich auch ohne Markenzeichen. Angesichts des Preisdrucks aus Fernost setzen heute viele namhafte Hersteller von Berufsbekleidung auf starke Marken. Die Textil-Dienstleister sind ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und entwickeln exklusive Warenzeichen.

Auch für den Kölner Traditionshersteller Bierbaum-Proenen ist die Positionierung der Marke eine wichtige Aufgabe. „Feel the difference“ lautet die Botschaft, die Bierbaum-Proenen mit seinen Produkten vermitteln will. Zu deutsch: Fühle den Unterschied. „Wir wollen für den Kunden emotional ansprechende Kollektionen entwickeln“, sagt Geschäftsführer Harald Goost, der das Unternehmen mit seinem Vater und seinem Bruder leitet.

Dieser Trend gilt für die gesamte Branche: „Mit eigenen Marken haben die Hersteller mehr Chancen am Markt. Sie sind weniger austauschbar“, sagt Thomas Lange, Geschäftsführer des Verbandes German Fashion, der die knapp 100 Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung in Deutschland vertritt.

Je nach Vertriebsweg entscheidet der Hersteller oder der textile Dienstleister, welches Zeichen die Ware trägt. Die Dienstleister fungieren meist als Zwischenglied und kaufen die Ware beim Hersteller, um sie an den Endkunden weiterzuvermieten. Und auch die textilen Dienstleister wollen sich von der Konkurrenz absetzen, indem sie Marken vermieten. „Der Markentrend funktioniert auch anders herum. Wir Dienstleister erarbeiten mit den Herstellern spezielle Kollektionen und Marken, die nur bei uns verkauft werden“, sagt Max Möckel, Vertriebsdirektor der Initial Textil Service GmbH aus Köln. Der Grund ist der harte Wettbewerb unter den Textil-Dienstleistern. „Wenn wir Standardware vom Hersteller beziehen, sind wir vergleichbar. Dann könnten wir uns nur über den Preis behaupten“, sagt Möckel. Mit dem Markenkonzept versuche seine Firma, ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten. Das will auch die Bardusch GmbH erreichen, die sich auf Textil-Mietdienste spezialisiert hat. „Für unsere Großkunden entwickeln wir eigene Marken“, sagt Geschäftsführer Rudolf Fang. Alle Kleidungsstücke tragen daneben das Siegel „Bardusch Mietwäsche“.

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