Textilien
Großwäschereien spielen die grüne Karte

Wasser und Energie werden ständig teuer - ein großes Problem für Großwäschereien. Die Textildienstleister investieren deshalb in moderne Maschinen, um Ressourcen effizienter zu nutzen. Die neue Technik spart bares Geld - und schont die Umwelt.

BREMEN. Hubert Wienands fällt es in jüngster Zeit immer leichter, Kunden zu überzeugen: „Wasser-Recycling lohnt sich.“ Der Vertriebsleiter bei der Wehrle Umwelt GmbH in Emmendingen steht regelmäßig in Verhandlungen mit Textildienstleistern und Großwäschereien, die nach Wegen zu größerer Kostenersparnis durch geringeren Energieaufwand suchen. Denn Wehrle baut Anlagen zur Wiederaufarbeitung von Abwasser, das bei der Wäsche von Mietberufskleidung anfällt. „Das Thema Energieeffizienz hat in den vergangenen Jahren einen enormen Stellenwert in der Textilbranche erlangt“, berichtet Wienands. „Der harte Wettbewerb sorgt dafür, dass Unternehmen jetzt verstärkt ihre internen Prozesse optimieren, um profitabel zu bleiben.“

Textildienstleister verdienen einen Großteil ihrer Erträge mit dem Reinwaschen riesiger Mengen von Textilien. Doch die industriellen Wäschereien mit ihren langen Waschstraßen benötigen gewaltige Mengen Energie, neben dem Personal der zweitgrößte Kostenfaktor. Hohe Umweltauflagen und steigende Preise haben dafür gesorgt, dass Energie und Wasser inzwischen satte zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Das entspricht einer Verdoppelung innerhalb der letzten zehn Jahre. Die Entwicklung treibt die Unternehmen jetzt dazu, Maschinen und Verfahren anzuschaffen, mit denen eine deutliche Kostenersparnis möglich ist. „Noch vor drei Jahren war das Thema in der Branche nicht wichtig“, sagt Hans-Jürgen Heinrich, Geschäftsführer des Cetex Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen in Chemnitz. „Heute werden die Maschinen maßgeblich über ihre Energieeffizienz verkauft.“

Dabei kooperieren die Wäschereien oftmals direkt mit den Maschinenbauern: So hat die Alsco Berufskleidungs-Service GmbH, Marktführer im Segment Mietberufskleidung, im vergangenen September eine neue Großwäscherei in Leverkusen in Betrieb genommen, die täglich 20 000 Berufskleidungsteile und zehn Tonnen Schmutzfangmatten reinigt. Die Abwasserwiederaufbereitung der Anlage entwickelte das Unternehmen zusammen mit der Wehrle Umwelt GmbH. „In einem zweistufigen System wird das mit Schwermetallen belastete Abwasser zunächst biologisch gereinigt und dann mit engen Membranen gefiltert. Das gereinigte Wasser kann dann zum erneuten Waschen wiederverwendet werden“, erklärt Wehrle-Vertriebsleiter Wienands. Mehrkosten entstünden dabei nicht, da kein neues Wasser eingekauft werden müsse und keine Kosten für Enthärtung und Abwassergebühren anfielen. Auch der Textildienstleister Alsco schätzt die umweltschonende Anlage: „Die neue Großwäscherei in Leverkusen ist für uns eine Investition in die Zukunft“, sagt Martin Swierzy, Alsco Geschäftsführer Deutschland. „So können wir nun noch schneller und umweltbewusster für unsere Kunden da sein.“

Was den Trend zu Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit in der Branche weiter antreibt, sind die gesetzlichen Grenzwerte zur Abwasserreinigung: „In Deutschland sind die Auflagen europaweit am schärfsten“, sagt Cetex-Geschäftsführer Hans-Jürgen Heinrich. „Wer überleben will, kann gar nicht anders, als nach neuen Wegen der Prozessoptimierung zu suchen.“

Bis zu 85 Prozent der Gesamtkosten des Wassereinsatzes gehen bereits auf das Konto der Abwasserreinigung, nur 15 Prozent machen eine weitere Wiederaufbereitung aus. „Wasser-Recycling lohnt sich deshalb für immer mehr Unternehmen“, sagt Wehrle-Vertriebsleiter Wienands. Das Unternehmen spürt derzeit eine große Nachfrage nach Wiederaufbereitungsanlagen aus dem asiatischen und arabischen Raum. „Der Markt hat noch enormes Potential“, sagt Wienands.

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