Textilien
Nappaleder schmückt Stahlkappen

Sicherheitskleidung soll schützen - aber sie muss auch gut aussehen, sonst ziehen Mitarbeiter lieber ihre private Kleidung an. Hässliche Ware, wissen die Hersteller, ist kaum verkäuflich. Verstärkt investieren die Unternehmen nun in ihre Design-Abteilungen.

KÖLN. Auf einen seiner Schuhe ist Heiner van Elten ganz besonders stolz. Elegant, aus schwarzem Nappa-Leder, mit schmucken Zierlöchern an der Spitze. Was man dem Schuh nicht ansieht: Seine Sohle hält Temperaturen von minus 25 bis plus 120 Grad Celsius aus ohne Schaden zu nehmen. Der Schuh ist eins der gefragtesten Produkte seines Unternehmens, des Sicherheitsschuh-Herstellers Elten GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Uedem nahe der niederländischen Grenze. „Die Business-Schuh-Serie läuft unglaublich gut", sagt van Elten. Manager, die in ihrem Unternehmen zeitweise auf gefährlichem Untergrund unterwegs sind, wollen offenbar trotz des benötigten Schutzes von Kopf bis Fuß eine gute Figur machen. Vor allem Unternehmen der Automobilindustrie, der chemischen und der Bauindustrie sowie Handwerker beliefert van Elten mit Schuhen, die schützen und nebenbei auch noch gut aussehen.

Die Nachfrage nach Schutzkleidung, die auch optisch etwas hermacht, steigt. Entsprechend setzen immer mehr Hersteller von Sicherheitskleidung auf Chic. „Ein hässlicher Schuh ist heute nahezu unverkäuflich“ , sagt van Elten. Arbeitnehmer, die sich ihre Schutzkleidung selbst aussuchen, wählen meist die Produkte mit dem ansprechendsten Design. Aus diesem Grund beschäftigt van Elten mehrere freiberufliche italienische Designer damit, neue Schuhe zu entwerfen - viele Arbeiter in deutschen Chemiefabriken tragen also echte italienische Designerschuhe made in Germany.

Zu den bessergekleideten Arbeitnehmern gehören die Mitarbeiter des Edelfüller-Herstellers Montblanc Simplo GmbH aus Hamburg. Der Großteil von ihnen trägt dunkelblaue Jacken und Hosen von Helly Hansen, dazu Sicherheitsschuhe aus dem oberen Preissegment, deren Form und Design sie selbst auswählen können. Die Gefahr bei der Arbeit ist nicht etwa, dass ihnen eine spitze Füllfeder auf den Fuß fällt: Das Unternehmen stellt einen Teil seiner benötigten Maschinen und Spritzgussformen selbst her, hat eine Galvanik-Abteilung und einige Bereiche, in denen die Mitarbeiter mit Säure oder auf rutschigen Böden arbeiten.

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