Textilversender Walbusch
Das Triumvirat mit Konsenspflicht

Das Versandhaus für bequeme Herren- und Damen-Mode hat seine Hauptzielgruppe unter den älteren Semestern. Mit guter alter Fachberatung und viel Zeit für die Kunden macht der Textilversender Walbusch gute Geschäfte. An der Spitze des Unternehmens steht ein Triumvirat, besonderes Merkmal: Alle Entscheidungen müssen einstimmig gefällt werden.

SOLINGEN. Die Bezeichnung "50 plus" oder "Silverager" hört Christian Busch gar nicht gern. Der 37-jährige geschäftsführende Gesellschafter des Textilversandhauses Walbusch spricht von "konsum- und lebenserfahrenen Menschen", wenn das Thema auf seine Kundschaft kommt.

Aber auch diese Sprachakrobatik kann nicht verbergen, dass das Versandhaus für bequeme Herren- und Damen-Mode seine Hauptzielgruppe unter den älteren Semestern hat. In dem Verkaufsraum im Erdgeschoss der Solinger Konzernzentrale kann der Besucher die Konsumgewohnheiten dieser Käuferschicht sogar auf das Genaueste studieren.

Beige- und zahlreiche verwandte Brauntöne sind offenbar die Top-Farben dieser Generation. Sämtliche Hosen haben einen flexiblen Bund, der zwei bis drei Kilo Gewichtszunahme auf das Vorteilhafteste kaschieren kann. Eine der wichtigsten Wareneigenschaften im monatlich neu erscheinenden Katalog ist offensichtlich "dehnbar", denn die Bequemlichkeit geht den Walbusch-Kunden wohl über alles.

Trotzdem nehmen einige Stammkunden auch längere Anfahrtswege in Kauf, um sich in Solingen vor Ort beraten zu lassen. "Unsere Kundschaft versteht selber viel von der Qualität und der Pflege der Waren, deshalb sucht sie auch das persönliche Gespräch", erzählt Busch, der heute mit zwei weiteren Geschäftsführern in kollegialer Eintracht das Unternehmen führt.

Die besonderen Bedürfnisse der Kundschaft machen sich bereits im Call-Center bemerkbar. "In unserer Auftragsannahme steht niemand mit der Stoppuhr hinter den Mitarbeitern. Niemand muss in einer bestimmten Zeit eine Mindestzahl von Anrufern abfertigen", berichtet Busch. Denn er weiß, dass seine Kunden diese zeitliche Zuwendung auch honorieren. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Walbusch-Gruppe um 7,5 Prozent auf 256 Mio. Euro, während große, etablierte Versandhändler wie Quelle und Neckermann ins Minus rutschten. Nicht nur die Beratungsfirma BBE geht davon aus, dass die Zeit der großen Unversalversender vorbei ist. Spezialversender wie Walbusch hingegen erleben auf breiter Front einen Nachfrageschub.

Trotz Wirtschaftskrise rechnet Walbusch im laufenden Jahr, in dem das 75-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert wird, mit einem Wachstum von bis zu neun Prozent. "Ein Ausnahmejahr mit zahlreichen Kunden- und Benefizaktionen", kommentiert Busch die aktuelle Entwicklung. Langfristig plant Busch, der zur dritten Unternehmergeneration seiner Familie gehört, mit einem organischen Wachstum von etwa fünf Prozent pro Jahr.

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