Toptica Photonics
Wilhelm Kaenders: Der Strahlemann mit dem Händchen fürs Geschäft

In der Vorläufergesellschaft seines heutigen Unternehmens Toptica Photonics AG hatte jemand die falsche Person eingestellt: Es war Wilhelm Kaenders selbst. Trotz Fehlbesetzung hat Kaenders das Unternehmen Toptica Photonics zum globalen Partner für die Industrie gemacht - im Herzen ist er immer ein Wissenschaftler geblieben.

KÖLN. Die Karriere von Wilhelm Kaenders begann mit einem Irrtum. "Als sich herausstellte, dass ich zwar falsch für die Position war, aber trotzdem etwas konnte, haben wir aus der Not einfach eine Tugend gemacht. Und Toptica gegründet", sagt der heutige Vorstand des Laserentwicklers aus Gräfelfing bei München. Seit über zehn Jahren teilt er sich den Chefsessel nun schon mit seinem Kollegen Thomas Weber, der Kaenders einmal fälschlicherweise eingestellt hat.

Unter ihrer Führung entwickeln inzwischen 90 Mitarbeiter Dioden- und Faserlaser der neuesten Generation für hochwertige Messtechnik. Die Kunden kommen aus der Biologie und der optischen Speichertechnik. Zudem betreibt Toptica physikalische Grundlagenforschung. Die Entwicklung der Blu-Ray-Technologie etwa haben die Gräfelfinger maßgeblich beeinflusst und sind heute eine der letzten Bastionen der Messtechnik für optische Datenspeicher in Europa: "Viele Firmen sind in den vergangenen Jahren nach Asien abgewandert", kritisiert der Toptica-Vorstand.

Dabei verdankt Kaenders den Asiaten einen Meilenstein in der Firmengeschichte: Die ersten Laserdioden mit blauer Strahlung kamen 1998 aus Japan. Der japanische Spezialchemie- und Leuchtmittelhersteller Nichia war damals dabei, eine violette Laserdiode zu entwickeln, mit dem Ziel, den Abtastlaser für die Nachfolgegeneration der DVD-Disks zu liefern. In der U-Bahn von Tokio überredetet Kaenders Kollege Thomas Weber den damaligen Chef des Nichia Technology Centers Tokyo, Toptica als einen der ersten Anwender mit Mustern der violetten Wunderdioden zu versorgen.

Als die Gräfelfinger auf der Photonics West 1999 dann den weltweit ersten kommerziellen, violetten Diodenlaser präsentierten, wurden sie aber nicht wie erwartet von Physikern und anderen Wissenschaftlern beachtet. Stattdessen belagerten Industriekunden den Toptica-Stand. Sie wollten die neue Wellenlänge zur Belichtung von Druckplatten und die DVD-Herstellung einsetzen. So wurde das kleine Unternehmen aus der Nähe von München plötzlich zum Partner von Weltkonzernen.

Seit Tag Eins der Firmengeschichte ist Toptica ein internationales Unternehmen, das es heute auf 15 Mio. Euro Jahresumsatz bringt. Vorstand Kaenders war es dabei immer viel wichtiger, sich um die Technik zu kümmern und sie immer weiter zu entwickeln als schnell Marktanteile zu gewinnen.

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