Tourismus
Barceló baut in Deutschland aus

Die spanische Hotelgruppe bleibt auf Wachstumskurs, schaltet aber einen Gang zurück. Derzeit zählt die zu 100 Prozent in Familienhand befindliche Touristikgruppe mehr als 180 Hotels weltweit - alle mindestens mit Vier-Sterne-Qualität. Eigentlich wollte Barceló die 200-Häuser-Marke längst erreicht haben, doch die Krise bremste das Wachstumstempo.
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MADRID. Das Gelände ist schon gekauft, die Baupläne fertig: Ab dem nächsten Jahr wird in der Hamburger Ferdinandstraße, nur einen Häuserblock von der Binnenalster entfernt, das zweite Barceló-Hotel in Deutschland entstehen. Das äußerlich unscheinbare Vier-Sterne-Haus "Barceló Hamburg" soll ebenso wie das "Barceló Cologne City Center" in Köln Städtetouristen und Geschäftsleute ansprechen. Mit der Expansion in neue Märkte will Firmenchef Simón Pedro Barceló mit dem hierzulande wenig bekannten Familienunternehmen mit mehr als 46 000 Zimmern in 16 Ländern, nach den beiden börsennotierten Giganten Sol Melía und NH Hoteles aber die Nummer drei in Spanien, den Weg aus der Krise finden.

Spanier sind stark in Südamerika

Derzeit zählt die zu 100 Prozent in Familienhand befindliche Touristikgruppe mehr als 180 Hotels weltweit - alle mindestens mit Vier-Sterne-Qualität. In den nächsten drei Jahren werden 22 Häuser hinzukommen, vor allem in Europa und im Mittelmeerraum sowie auf Kuba. Lateinamerika ist in Bezug auf die Zahl der Hotels neben Spanien und den USA bislang noch Schwerpunkt der Gruppe.

2008 erzielte das Unternehmen mit weltweit 28 000 Beschäftigten einen Umsatz von 1,7 Mrd. Euro, rund 25 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn lag mit 33 Mio. Euro aber knapp 10 Mio. Euro unter dem des Vorjahres. Die Krise lässt grüßen.

Eigentlich wollte Barceló die 200-Häuser-Marke längst erreicht haben, doch die Krise bremste das Wachstumstempo."Meliá und NH Hoteles spielen in einer anderen Liga", räumt Simón Pedro Barceló ein. Ziel von Barceló sei es, den dritten Platz zu behaupten und auszubauen. Dazu will er sich in den nächsten Jahren noch stärker von den übrigen großen spanischen Hotelunternehmen abgrenzen, wie Iberostar, Riu oder Fiesta, die allesamt ebenfalls aus Mallorca stammen. "Die Rentabilität der Häuser und die Konsolidierung des Wachstums der letzten Jahre stehen bei uns aber im Moment im Vordergrund", sagt Barceló in Palma de Mallorca, dem Sitz des Unternehmens.

Das Gebäude im Zentrum von Palma, in dem etwa 400 Mitarbeiter die weltweiten Hotels und die verbliebenen Reisebüros der Gruppe betreuten, ist äußerlich sehr unscheinbar, ja geradezu hässlich. Kein großes Schild, kein gläsernes Eingangsportal ziert den traditionellen Firmensitz, ein 60er-Jahre Bau, grau und unverputzt. Innen überrascht das Gebäude durch seine zwar kleinteilige, aber sehr moderne und helle Einrichtung.

Mit dem kleinen Fahrstuhl, in den mit Glück vier Leute passen, geht es vom Empfangsraum hinauf in den fünften, obersten Stock, wo der 43 Jahre junge Co-Präsident der Gruppe, Simón Pedro Barceló, in seinem hellen, geräumigen Büro mit breiter Fensterfront Besucher empfängt. Von hier öffnet sich der Blick auf ein knallblau strahlendes Mittelmeer. Zweiter Kopf der Gruppe ist Cousin Simón Barceló, der sich von seinem Sitz in der Dominikanischen Republik aus um die lateinamerikanischen Hotels kümmert.

Beide Chefs tragen nach guter alter mallorquinischer Tradition den Vornamen des Großvaters, Simón Barceló, der 1931 für damals 3 000 Peseten einen Autobus mit gut zwanzig Sitzen erstand und damit das Transportunternehmen "Autocares Barceló" gründete.

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