Traditionsmarke
Grundig vor der Wiederauferstehung

Vor acht Jahren endete Grundig in der Pleite. Seit 2007 gehört sie zur türkischen Koc-Gruppe. Die will die Traditionsmarke nun zu neuem Glanz bringen.
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Wenn türkische Arbeitnehmer in den 1970er-Jahren aus Deutschland in den Sommerurlaub nach Anatolien aufbrachen, sorgte im Ford Transit nicht selten ein Kofferradio "Melody Boy" der Marke Grundig für Kurzweil auf der langen Fahrt. Vielleicht war sogar ein Grundig- Farbfernseher "Super Color" mit an Bord des vollgepackten Kleinbusses - als Mitbringsel für die Verwandten in der Türkei.

Inzwischen ist Grundig in der Türkei zu Hause: Das 1930 von dem Radiohändler Max Grundig in Fürth gegründete Unternehmen gehört heute zum türkischen Hausgeräte- und Unterhaltungselektronikhersteller Arcelik, einer Tochter der Koc-Holding, der größten Unternehmensgruppe der Türkei.

Bekanntheitsgrad ist hoch

Arcelik hat große Pläne mit der Marke, die seit dem Ausscheiden des Firmengründers 1984 turbulente Jahrzehnte durchlief und nach mehreren Besitzerwechseln 2003 Konkurs anmeldete. "Grundig ist heute eine der wertvollsten Marken im Arcelik-Portfolio", sagte Murat Sahin, Geschäftsführer der Grundig Intermedia GmbH, dem Handelsblatt. "In Deutschland hat Grundig immer noch einen Bekanntheitsgrad von über 90 Prozent."

Zugleich profitiere Grundig von der internationalen Wachstumsdynamik des Unternehmens Arcelik. Die Koc-Holding hatte 2004 gemeinsam mit dem britischen Elektronikimporteur Alba Radio große Teile der insolventen Grundig AG übernommen. Seit Dezember 2007 sind die Türken alleinige Besitzer der Grundig Intermedia, wie das Unternehmen heute heißt.

Von den einst 40 000 Mitarbeitern an den deutschen Standorten sind noch 140 übrig, die im Nürnberger Hauptquartier im Marketing, Produktmanagement, Vertrieb und Service arbeiten. Produktion und technische Entwicklung wurden schon 2008 nach Istanbul verlegt.

Mit dem Slogan "Aus gutem Grund - Grundig" begann das Unternehmen 2009 eine Marketingoffensive, nachdem es in den fünf Jahren zuvor ebenso viele Chefs verschlissen und ein trauriges Bild abgegeben hatte. Geschäftsführer Sahin will die Marke jetzt nachhaltig entwickeln: "Grundig hat eine lange und emotionale Geschichte", sagt er. "Wir wollen diese positiven Emotionen wieder wecken und die Kernwerte der Marke herausarbeiten."

Seite 1:

Grundig vor der Wiederauferstehung

Seite 2:

Starkes Wachstum mit Fernsehern

Kommentare zu " Traditionsmarke: Grundig vor der Wiederauferstehung"

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  • @W.Fischer,
    Es gibt schlicht kaum noch "deutsche" HHG oder Fernseher. Bei den HHG dreht es sich in Mehrheit um chinesische Fertigung. OK Braun baut noch in Spanien und Deutschland, zum Teil. Dann die BSH Gruppe mit hauptsächlicher deutscher Fertigung, aber auch dort wird stark in der Türkei produziert.
    Wenn sich eine türkische Firma am Wettbewerb beteiligt, ist das eher gut, denk ich mal.
    Grüßle
    ebenfalls Fischer

  • zu W. Fischer:
    hört man da zwischen ihren Zeilen ein Neid oder eher negatives, weil es sich um eine TÜRKISCHE Gruppe handelt, die Grundig gekauft hat????
    Macht es die Commerzbank nicht mit Dresdner (Inner-Deutschland) einzukaufen oder andere Firmen/Banken mit ausländischen Firmen?

    "niemand wollte türkische Holder"...das business zählt hier, nicht das Land , das die Firma gekauft hat!

    Wer Geld hat, der kauft ein!
    Man fragt nicht nach der Nation.

    Koc ist einer der bekanntesten und reichsten Familienunternehmen - ich denke schon, dass sie erfolgreich sein werden.

    toi toi toi dafür

  • Ich freue mich über jeden ,der anpackt, der nicht jammert, der nicht nach Subventionen schreit oder eine Gerechtig-
    keitslücke entdeckt, die wieder mit den Steuergeldern anderer Leute gefüllt werden muß.Das Ergebnis dieser
    "Schmarotzer-Unterstützungspolitik" sehen wir heute an der gigantischen Verschuldung der sog. Industrieländer, die teilweise noch nie eine leistungsfähige Industrie hatten bzw. haben kaputtgehenlassen (siehe England und mit Abstrichen die USA). Die Ansprüche an den Lebensstandard sind aber hoch, die Leistungsbereitschaft sinkt seit Jahren!
    Grundig war einer von denen, die angepackt haben mit gros-
    sem Erfolg für sein Unternehmen, seine Mitarbeiter und für
    sich.
    Ich kann den türkischen Eigentümern nur viel Erfolg wün-
    schen. Der Name macht es aber nicht alleine. Vielleicht ist
    eine türkisch-deutsche (Technik)-Zusammenarbeit eine effek-
    tive Basis verbunden mit türkischem Geschäftssinn und Einsatz.

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