Transparenz
Spickzettel fürs nächste Bankgespräch

Der Aufschwung ist da, nun will er finanziert werden. Was Unternehmer vor dem nächsten Gespräch mit ihrer Bank bedenken sollten, erklärt Volker Stolberg. Der Mittelstandsexperte beim Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken erläutert als Hintergrund auch die Situation der Banken.
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Mit der konjunkturellen Aufhellung und der stärkeren Auslastung der Produktionskapazitäten dürfte auch die Investitionsbereitschaft bei deutschen Unternehmen wieder zunehmen, wenn auch natürlich in den einzelnen Branchen unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich die während der Wirtschaftskrise bezogen auf den Gesamtmarkt rückläufige Kreditnachfrage konjunkturell getrieben in den kommenden Monaten wiederbeleben wird.

Befürchtungen einzelner Marktteilnehmer über eine zu knappe Kreditversorgung haben sich jedoch nicht bestätigt, wie aktuelle Studien, unter anderem der Deutschen Bundesbank, der KfW Bankengruppe und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, zeigen. Und: Im Vergleich zur Rezession 2003 wiesen viele mittelständische Unternehmen in der jüngsten Wirtschaftskrise eine robustere Kapitalausstattung auf und waren damit finanziell widerstandsfähiger - auch wenn die in der Aufschwungsphase bis 2008 gebildeten Kapitalpuffer noch nicht das internationale Vergleichsniveau der Eigenkapitalquoten mittelständischer Betriebe erreicht hatten.

Der Konjunkturabschwung hat aber dennoch zu Einschnitten in den wirtschaftlichen Verhältnissen zahlreicher Betriebe und einer erneuten Abschmelzung dieser Kapitalpuffer geführt. Dies begründet letztlich, dass zwar aktuell die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen nicht das Rekordniveau von 2003 erreichen wird, diese sich aber dennoch auf einem vergleichsweise hohen Stand bewegen.

Stabilisierend haben in der Wirtschaftskrise die staatlichen Konjunkturmaßnahmen wie das bis Ende 2010 befristete KfW-Sonderprogramm und erweiterte Bürgschaftsprogramm gewirkt. Nach den bisherigen Erfahrungen sollten diejenigen Programmerweiterungen bei den Bürgschaftsbanken, die offenbar keine finanziellen Auswirkungen auf den Wirtschaftsfonds Deutschland hatten, auch über das Jahr 2010 hinaus fortgesetzt werden. So sollte die Eigenkompetenz für die Bürgschaftsbanken für Bürgschaftsvolumina bis 150 000 Euro verbunden mit kürzeren Bearbeitungszeiten eingeräumt sowie die Möglichkeiten für Betriebsmittelfinanzierungen auf maximal 50 Prozent am Gesamtportfolio der Bürgschaftsbanken beibehalten werden.

Die Wirtschaftskrise hat auch gezeigt, wie wichtig für mittelständische Unternehmen eine gute Hausbankbeziehung ist - nicht zuletzt im Hinblick auf die Fördermittelprogramme von Bund und Ländern. Firmen können dadurch das umfangreiche Know-how ihrer Hausbanken nutzen und erhalten gleichzeitig eine maßgeschneiderte Finanzierung aus einer Hand.

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  • bei anziehender Konjunktur steigt bei den meisten Unternehmen auch der Umsatz und damit der Finanzierungsbedarf.Nach meiner Erfahrung sprechen viele Unternehmen ihre banken allerdings erst dann an, wenn der bedarf da ist. Daher kann der Rat, sich rechtzeitig um eine Finanzierung zu kümmern, gar nicht ernst genug genommen werden. Denn es erschwert die Gespräche ungemein, wenn sie unter Zeitdruck vorgenommen werden. Die banken haben ihren informtionsbedarf, brauchen dafür Zeit und werden eine Anfrage eher ablehnen, als Geld in ein schwarzes Loch zu kippen. Das zeigt die Erfahrung!
    Hinzu kommt, daß als Folge der Wirtschaftskrise die 2009er bilanzen oftmals "zerfleddert" sind. Die banken müssen also zwangsläufig mehr in die Zukunft schauen, wenn sie nicht eine Anfrage sofort ablehnen wollen. Dafür brauchen Sie eine vernünftige Unternehmensplanung einschließlich Liquiditätsplanung für 3 Jahre. Auch eine schriftliche Darstellung des Geschäftskonzepts (business Plan) kann nicht schaden. Mit beidem tun sich gelegentlich gerade kleine und mittlere Unternehmen schwer. Keine Zeit, zu aufwändig, keine Erfahrung? Es gibt vielfältige Hilfestellungen und man kann es den banken schlechterdings nicht verdenken, daß sie sich ein bild über die Zukunft machen wollen, wenn die Zahlen der Vergangenheit keine Handhabe bieten.
    Wenn Unternehmen also rechtzeitiges und systematische Handeln mit einer hohen informationsbereitschaft und einer plausiblen Darstellung der Zukunft verbinden, dann kann es auch in schwierigen Fällen zu einer Kreditbereitstellung kommen.

  • Wenn ich schon lese umfangreiches Know-How der Hausbank wird mir ganz übel. Unsere Hausbank war eine Raiffeisenbank in Unterfranken, mal davon abgesehen das diese Know-Howler wegen betrugs und Unterschlagung im Knast sitzen und die bank fast ruinierten sehe ich keine Kompetenzen bei dieser bank.
    Vor dem immo-Crash empfahlen die uns immo-Fonds.
    Obwohl wir ein hochprofitables Unternehmen mit Gewinnen im 6 stelligen bereich sind haben wir nur einen echten Kredit von 2000€ bekommen.
    Außerdem bekommt man Lehrlinge als Filialleiter vorgesetzt die für jede Enscheidung in der Zentrale anrufen müssen.
    ich hoffe die dummen bauern sterben bald aus und merken wie sie von solchen banken beschissen werden.
    Unsere Raiba baut aus meiner Sicht ihr Kapital damit auf indem sie Gelduninteresierte und alte Menschen über den Tisch zieht, das ist zwar auch eine Kompetenz aber keine die das Land braucht.

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