Transport
Flexibler Transport in der Fabrik

Wenn es nach Lars Bergmann ginge, dann bewegen sich Waren und Produkte künftig wie von Geisterhand durch Lager und Fabriken. Der Gründer entwickelt mit seiner Firma ein neues logistisches System, welches mit Hilfe von elektromagnetischen Antrieben Behälter und Paletten von A nach B befördert.
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DÜSSELDORF. Als Lars Bergmann während seines Studiums die Aufgabe gestellt wird, eine effiziente Produktion zu entwickeln, hatte er eine Vision: Wenn alle Objekte und Einheiten in Fabrik- und Lagerhallen sich flächendeckend dynamisch und frei von linearen Vorgaben bewegen lassen würden, ließen sich Logistik und Produktion so flexibel gestalten, dass sie sich jederzeit an ändernden Anforderungen anpassen könnten. Über eine intelligente Softwaresteuerung würden sich die Material- und Produktionsflüsse den neuen Situationen, Prozessen und Bedürfnissen in Lager, Umschlag und Produktion immer wieder neu optimiert anpassen.

"Ich war von dieser Idee so begeistert, dass ich mich monatelang in der Unibücherei verkrochen und Bücher über elektromagnetische Antriebe und Steuerungssysteme gelesen habe, um herauszufinden, ob meine Idee funktionieren könnte", berichtet Bergmann. Er hatte bislang Wirtschaftsinformatik und BWL studiert und von Elektrotechnik nur wenig Ahnung.

Nach und nach erschloss er sich die ihm bislang fremde Technikwelt, er probierte mit Spulen und Eisenbällen im Keller zu Hause aus, ob seine Theorien auch in der Praxis funktionieren würden. Dann diskutierte er seine Ideen mit Fachleuten und wurde immer zuversichtlicher, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. Inzwischen hat der Erfinder eine ganze Schar von Experten hinter sich, die an seine Innovation einer fluiden Logistik glauben. Einige von ihnen hat er als Entwicklungspartner gewinnen können: Institute an der TU Braunschweig ebenso wie an der Hochschule Frankfurt und der ESA in Darmstadt.

Das Unternehmen Benjamin

2009 gründete der Wirtschaftsinformatiker die Benjamin GmbH, mit der er seine Idee nun zur Marktreife entwickeln will. Bergmann ist alleiniger Gesellschafter der Firma, die ihren Sitz in Braunschweig hat. Den Standort habe er gewählt, um möglichst nah an Instituten zu sein, die seine Technik mitentwickeln, so der 33-Jährige.

Das Prinzip des elektromagnetischen Antriebs kennen die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. "Fast jeder hat einmal eine Münze auf dem Tisch mit einem Magneten, den er unter die Tischplatte gehalten hat, hin und her bewegt", sagt Bergmann. Genau dies habe ihn auf die Idee gebracht. "Wir bringen ähnlich der Münze einen metallischen Gegenstand an Wagen und Behälter an und können so die Transporteinheiten mit einem Magnetfeld aus dem Untergrund flexibel durch Hallen und Regale bewegen", erläutert der junge Tüftler das Prinzip.

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