Trend zu Neuemissionen
Börse lockt Mittelständler

Ein Trend der 90er Jahre kommt erneut in Mode: Mittelständler zieht es wieder an die Börse. Entwickeln sich die Aktienmärkte weiter positiv, dürften bis Jahresende bis zu zwei Dutzend dieser Unternehmen den Weg auf das Parkett finden. Das glauben jedenfalls Banker. Immer mehr Mittelständler werden dort vorstellig und fragen nach dieser Alternative.

FRANKFURT. Wesentlicher Grund für den Emissionsboom: "Mittelständler müssen keinen Abschlag bei der Bewertung mehr befürchten wie beispielsweise in der Hochphase des Technologiebooms", sagt Klaus Hessberger, Leiter des Aktienemissionsgeschäftes bei JP Morgan im deutschsprachigen Sektor.

Daneben sind die Gründe für den Börsengang vielschichtig: Nachfolgeprobleme gehören ebenso dazu wie ausstiegswillige Beteiligungsgesellschaften. Hinzu kommen die Bedenken vieler Manager, wegen mangelnden Wachstums und der eigenen Schwäche irgendwann nicht anders zu können, als sich selbst als Übernahmekandidat anzupreisen. Viele Beispiele gerade aus dem Mittelstand gab es in den vergangenen Jahren, die den richtigen Zeitpunkt zur Expansion verpasst hatten und irgendwann diesen bitteren Weg gehen mussten. Meist dann, ohne einen allzu hohen Preis dafür zu erlösen, schließlich agierte man aus einer Position der Schwäche heraus.

Viele Mittelständler folgen mit ihrem Gang an die Börse der wachsenden Internationalisierung. Waren die Kunden früher noch in der Umgebung oder zumindest im deutschsprachigen Raum angesiedelt, so sind auch Mittelständler inzwischen weltweit unterwegs. Beispiel SMT Scharf: Der Hersteller für entgleisungssichere Bahnsysteme für den Bergbau und den Einsatz in Tunneln will dieser Tage an die Börse. Hatte das in den 50er Jahren gegründete Unternehmen aus Hamm in Westfalen früher die Kundschaft quasi direkt vor der Haustüre im Ruhrgebiet, so ist man inzwischen auf alle Kontinenten daheim. Schließlich machte das absehbare Ende des Kohle-Bergbaus in Deutschland es schon früh erforderlich, den Blick auf andere Erdteile zu richten.

SMT Scharf ist dabei ein Paradebeispiel für die Veränderungen im Mittelstand an sich: Wie viele aus der Branche wurde das Unternehmen vor Jahren von Beteiligungsgesellschaften, so genannten Private- Equity-Firmen, übernommen. Die haben die internen Abläufe im Unternehmen auf Vordermann gebracht und nach außen hin die Entwicklung auf dem Weltmarkt vorangetrieben. Über den Börsengang ist nun der teilweise Ausstieg dieser Teilhaber geplant.

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