Türkische Autofirmen
Türkei kurbelt Neuwagengeschäft an

Autofirmen in der Türkei sind hierzulande bestenfalls so bekannt wie ihre chinesischen Konkurrenten. Sie heißen Yasar, Karsan oder Anadol. Und doch hat sich die türkische Regierung einiges vorgenommen: In der Automobilproduktion will das Land in die weltweite Hersteller-Top Ten aufsteigen. Wie die Autohersteller ihre Verkaufszahlen erhöhen wollen.

KÖLN. Momentan liegt das Land auf Platz 16. 2007 wurden am Bosporus zum ersten Mal mehr als eine Mill. Pkw, Lkw und Busse produziert. Was den Absatz für 2008 angeht, sieht die Entwicklung nach Angaben der Bundesagentur für Außenwirtschaft (BfAW) noch positiver aus. Zinssenkungen der türkischen Zentralbank sorgen für günstigere Konsumentenkredite. Außerdem treiben die Hersteller den Absatz mit Rabatten an.

Die Regierung will außerdem neue Autos auf die Straße bringen. Dazu hat sie im Januar eine technische Überprüfung ähnlich dem deutschen TÜV eingeführt, an der der deutsche TÜV Süd beteiligt ist. „Wahrscheinlich wird ein Viertel der Pkw die Prüfplakette nicht bekommen“, schätzt Markus Knupp, für die BfAW vor Ort in Istanbul. „Bei den Nutzfahrzeugen wird es wohl die Hälfte sein, so dass diese Fahrzeuge früher oder später ersetzt werden müssen.“ Gleichzeitig zahlt die türkische Regierung eine Verschrottungsprämie von 7 500 türkischen Lira (4 200 Euro).

Von Neuanschaffungen profitieren auch Automobilzulieferer. BASF geht von zweistelligen Wachstumsraten für seine Sparte der Fahrzeug-, Autoreparatur- und Industrielacke aus. Im Juli hat der Chemiekonzern alle Anteile aus einem Jointventure mit dem türkischen Unternehmen Yasar vollständig übernommen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Yasar BASF Automotive Coatings mit 130 Mitarbeitern einen Umsatz von 45 Mill. Euro. Jürgen Barwich, Leiter des Business Center Türkei ist optimistisch: „Die Produktion dort hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und wächst jährlich um zehn Prozent.“

Kein Wunder, dass der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Türkei vor zwei Jahren zum Länderschwerpunkt der Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge gemacht hat. In diesem Jahr gab es auf der IAA in Hannover neben einem Russland- und einem Indien-Tag auch einen Türkei-Tag, bei dem deutsche und türkische Unternehmen Kontakte knüpfen konnten. So rangierte auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge die Türkei mit 139 Ausstellern auf Platz zwei – gleich hinter Deutschland.

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