Überblick Hybridkapital
Mezzaninekapital bringt Flexibilität

Der Einsatz hybrider Finanzierungsformen bietet einen Risikopuffer und erweitert den Spielraum für die Aufnahme neuer Fremdmittel. Dieses Kapital kombiniert Eigenschaften sowohl von Eigen- wie auch von Fremdkapital. Es kann in den verschiedensten Finanzstrukturen verwendet werden.

DÜSSELDORF. Spätestens seit der Einführung von Basel II wird immer wieder betont, wie wichtig Eigenkapital für den deutschen Mittelstand ist. Neben dem klassischen Eigenkapital, auch Private Equity genannt, sind dabei Begriffe wie Hybridkapital oder Mezzanine-Finanzierungen in aller Munde. Aber was kennzeichnet diese Begriffe und wie ordnen sie sich zu den altbekannten Produkten der stillen Beteiligung oder Genussrecht ein? Hier hat der Mittelstand großen Informationsbedarf.

Wichtig ist festzuhalten, dass Hybridkapital und Mezzanine-Kapital dieselbe Produktgattung umschreiben und somit gleichzusetzen sind. Diese Oberbegriffe stehen für Kapital, dass Eigenschaften sowohl von Eigen- wie auch von Fremdkapital aufweist. So ist hybrides beziehungsweise mezzanines Kapital nachrangig gegenüber einer Kreditfinanzierung und nimmt damit die Position eines haftenden Kapitals, sprich Eigenkapitals, ein. Gleichzeitig verändert es mit seiner Aufnahme nicht den gesellschaftsrechtlichen Status einer Unternehmung.

Die Vergütung erfolgt in der Regel nicht über eine Beteiligung an der Wertsteigerung eines Unternehmens, sondern über eine vorab festgelegte Verzinsung. Damit spiegeln sich Komponenten einer Fremdfinanzierung im mezzaninen Kapital wider. Zudem kann Mezzanine–Kapital individuell ausgestaltet werden und ist damit sehr flexibel einsetzbar.

Die mezzaninen Finanzierungsformen, die zwischen dem Eigen- und Fremdkapital stehen, werden in verschiedensten Finanzstrukturen verwendet. Klassischer Weise kommen diese aus dem Bereich der Leverage Buyouts. Aber auch für die mittelständische Unternehmensfinanzierung wird mezzanines Kapital immer häufiger eingesetzt, da eine ausreichende Ausstattung mit Eigen- oder Haftkapital für eine weitere Fremdkapitalaufnahme in den meisten Fällen vorausgesetzt wird.

Durch den Einsatz von Hybridkapital wird ein Risikopuffer für negative Entwicklungen aufgebaut und der Spielraum für organisches oder akquisitorisches Wachstum vergrößert. Dies wiederum eröffnet den Fremdkapitalspielraum.

Trotz eines stark wachsenden Finanzierungsmarktes im Rahmen der mezzaninen Finanzinstrumente und des steigenden Interesses auch von Seiten des Mittelstandes ist die Liste der Fragen dazu noch lang. Notwendig für die Zukunft ist daher eine verstärkte Kommunikation zwischen Mittelstand als Nachfrager und Finanzier als Anbieter.

Dörthe Hagenkord ist Abteilungsleiterin Mittelstandsfinanzierung bei der NRW-Bank.

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