Übernahme durch Trilantic
Rodenstocks Rettung rückt näher

Die Mehrheit der Gläubigerbanken hat der Übernahme durch den Richemont-Chef Rupert zugestimmt. Doch der Deal kann noch scheitern. Rodenstock könnte von dem Deal in doppelter Hinsicht profitieren.
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MÜNCHEN/FRANKFURT. Der einst so stolze Brillenhersteller Rodenstock ist in den vergangenen Jahren von einem Finanzinvestor zum nächsten weitergereicht worden. Der daraus resultierende Schuldenberg brachte den 1877 gegründeten Familienkonzern an den Rand der Pleite.

Doch nun ist die Rettung in Sicht. Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen haben inzwischen 83 Prozent der Gläubigerbanken einer Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Trilantic von Richemont-Chef Johann Rupert zugestimmt, zwei Hedgefonds sperren sich noch.

Nach Einschätzung im Umfeld des Unternehmens reicht aber eine Dreiviertel-Mehrheit. Daher werde nichts mehr schief gehen. "Für Rodenstock ist das die Rettung, alles andere wäre die Insolvenz gewesen", hieß es. In Finanzkreisen gibt es allerdings noch Skeptiker. Es sei unklar, ob englisches oder deutsches Recht angewendet werden müsse - in letzterem Fall müssten alle Gläubiger zustimmen. Rodenstock wollte die aktuelle Situation nicht kommentieren.

Die Verhandlungen hatten sich hingezogen. Vor gut anderthalb Jahren nahm Rodenstock-Chef Olaf Göttgens Kontakt zu Rupert auf.

Rodenstock könnte von dem Deal in doppelter Hinsicht profitieren: Zum einen wird der erdrückende Schuldenberg verkleinert. Zudem soll die bereits bestehende Kooperation mit den Marken des Luxuskonzerns Richemont stark ausgebaut werden. So sollen die Münchener zum Beispiel künftig auch Brillen für Mont Blanc und Cartier produzieren. "Das katapultiert Rodenstock in die Weltliga", sagt ein Unternehmenskenner. Der Konzernumsatz solle so bis 2015 von zuletzt 345 Mio. Euro auf eine halbe Mrd. Euro steigen. Bis zu diesem Jahr soll Rodenstock börsenreif sein.

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