Übernahmen und Fusionen
Investmentbanken umwerben den Mittelstand

Ob JP Morgan, Morgan Stanley oder kleinere Investment-Boutiquen – der umsatzstarke Mittelstand ist in den Fokus ausländischer Investmentbanken gerückt. Davon profitieren neben den Banken auch die Unternehmen selbst, denn ihnen steht eine wachsende Produktpalette zur Verfügung. Doch längst nicht alle kommen überhaupt in Frage.

FRANKFURT. Wenn es um Übernahmen, Fusionen, Börsengänge oder Beteiligungen geht, werden die mittelständischen Banken heftig umworben. Allerdings nicht alle: Im Geschäft mit Übernahmen und Fusionen kommen für Morgan Stanley etwa erst Unternehmen ab einem Wert von 200 Mill. Euro in Frage, bei Börsengängen ab 100 Mill. Euro. Professor Frank Wallau vom Bonner Institut für Mittelstandsforschung relativiert das Interesse der Investmentbanken daher: „Die allermeisten Mittelständler fallen nicht unter diese Kriterien.“

Tatsächlich würden die Ansprüche von Morgan Stanley nur auf etwa 500 Unternehmen zutreffen, sagt von Johann von Wersebe. Er leitet seit Anfang des Jahres bei der US-Investmentbank die Geschäfte mit Mittelständlern hierzulande. Das große Wachstumspotenzial sieht von Wersebe nicht mehr im Geschäft mit Dax 30-Werten, sondern bei den Mittelständlern.

Schon jetzt wird in Deutschland nach Berechnungen des Finanzdatenanbieters Thomson Financial ein hoher Umsatz bei Übernahmen und Fusionen im Mittelstands-Bereich erzielt: Allein die Transaktionen bis 200 Mill. Dollar summierten sich im ersten Halbjahr auf 12,2 Mrd. Dollar.

Die kleineren Mittelständler sind hingegen bei Top- Investmentbanken an der falschen Adresse. Sie können die Dienste von sogenannten Investment-Boutiquen nutzen. Diese finden Fusionen und Übernahmen bereits ab einem Volumen von etwa 20 Mill. Euro interessant. Auch das klassische Kreditgeschäft interessiert die Investmentbanken kaum: Den renditeschwachen Bereich überlassen sie vor allem deutschen Konkurrenten.

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