Uhlig-Chef Willi Lauer
Vom Gewerkschafts-Funktionär zum Unternehmer

Eine ungewöhnliche Karriere: Willi Lauer hat nach einer Karriere bei der IG Metall und einem Job als Arbeitsdirektor mit 52 Jahren das Rohrbau-Unternehmen Uhlig im Harz übernommen. Dort setzt er auf typische Mittelstandstugenden. Und der ehemalige Gewerkschafter hat schon fast 60 neue Jobs geschaffen.

KÖLN. Die Karriere von Willi J. Lauer kann man getrost als mustergültig bezeichnen: Der gebürtige Rheinländer erlernt zunächst den Beruf des Maschinenschlossers. Im Ausbildungsbetrieb engagiert er sich bereits als ehrenamtlicher Jugendvertreter und später als Betriebsratsmitglied. So entstehen erste Kontakte zur Gewerkschaft IG Metall, die ihn 1969 als hauptamtlichen Gewerkschafter zu sich holt.

Knapp 20 Jahre lang vertritt er bei der IG Metall die Interessen der Arbeitnehmer aus Metall-, Kunststoff- und Holzindustrie bis er schließlich wieder auf die Unternehmensseite wechselt. Der Düsseldorfer Anlagenbauer Lentjes beruft Lauer zum Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied für Personalfragen. Als nach neun Jahren der Vertrag bei Lentjes ausläuft, geht er einen mutigen Schritt vorwärts: „Ich entschied mich für die Selbstständigkeit anstatt arbeitslos zu werden“, sagt Lauer. In Frage kam dafür nur eine Unternehmensübernahme. Und so kauft er den traditionsreichen Rohrbogenhersteller Uhlig, wechselt seinen Wohnort und geht in den Harz.

„Mit 52 Jahren von der Heimatstadt in die ländliche Fremde zu ziehen, war für mich fast schon die größte Herausforderung“, sagt Lauer heute mit einem Lächeln. Alle Voraussetzungen für seine Unternehmerlaufbahn hat Lauer bis dahin allein durch Berufserfahrung gesammelt, ein Studium brauchte er nicht: „Ich habe damals noch die achtklassige Volksschule besucht und war danach mit meiner Schlosserlehre glücklich“, sagt der Unternehmer.

Als Lauer die Firma Uhlig 1996 erwirbt und in eine Gesellschaft umwandelt, steht sie auf nur einem Standbein, der Rohrbogenherstellung. Zusammen mit seinem Geschäftspartner baut Lauer deshalb eine komplett neue Produktpalette auf.

Heute beackert das Unternehmen zwei Geschäftsfelder: Zum einen fertigt Uhlig Rohrleitungskomponenten in großen Abmessungen und starken Wanddicken, die man beim Pipeline-Bau, in Chemieanlagen, Kraftwerken und im Schiffsbau benötigt. Zum anderen entstehen in den Fabrikhallen in Langelsheim Flammrohre, die hauptsächlich bei Müllverbrennungsanlagen zum Einsatz kommen.

Zudem beschichtet Uhlig Kesselrohrwände mit einer Verschleißschutzschicht – ein Verfahren, dass sich Schweißplattieren nennt. „Bei den Kesselherstellern sind wir beliebte Zulieferer, weil wir für ihre Kessel nur Komponenten liefern, aber selber keine eigenen Kessel produzieren. Darum sieht man Uhlig nicht als Konkurrenz sondern als Partner“, erklärt der Geschäftsführer. Das Schweißplattieren ist laut Lauer auf bestem Weg zum umsatzstärksten Bereich der Firma zu werden.

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