Umbau von Altbauten
Rollstuhlrampen und Duschen ohne Hürden

Kein Aufzug, enge Durchgänge, Duschkabinen mit hohem Einstieg - Häuser aus den 60er und 70er Jahren werden für viele ältere und behinderte Menschen zum Problem. Durch die demografische Entwicklung müssen viele der Wohnungen umgebaut werden: Ein Wachstumsmarkt.

KÖLN. Manche Dinge wollen Lothar Marx einfach nicht in den Kopf. "Warum müssen alte Menschen umziehen, womöglich in ein Heim, nur weil sie im dritten Stock wohnen und das Haus keinen Aufzug hat?" Fragen wie diese beschäftigen den Münchener seit über 20 Jahren, und er hat Antworten gefunden: Als Architekt, als Dozent und als Mitglied mehrerer DIN-Normenausschüsse zum barrierefreien Bauen. "Ein Platz im Seniorenheim kostet schnell 36 000 Euro im Jahr. Dafür können Sie auch einen kompletten Aufzug einbauen", rechnet Marx vor.

Es sind solche simplen, aber beeindruckenden Rechnungen, die Marx Zuhörer aufhorchen lassen. Auch Vermieter, Projektentwickler und private Hausherren beziehen sie immer öfter in ihre Kalkulation ein, bevor sie bauen oder ein altes Haus sanieren. Weil die Zahl älterer Menschen rasant zunimmt, werden die Bausünden der 60er und 70er Jahren zum Problem: Fünfstöckige Häuser ohne Aufzug, enge Durchgänge, durch die kein Rollstuhl passt, Duschkabinen mit hohem Einstieg - damit möchte sich niemand herumschlagen, wenn er einmal alt oder sogar krank wird.

Bis zum Jahr 2025 wird in Europa der Anteil der über 64-Jährigen von rund 16,5 Prozent im Jahr 2000 auf 24 Prozent empor schnellen, prognostiziert das Statistische Bundesamt. Das sieht die Baubranche inzwischen als Herausforderung. "Seniorengerechtes Bauen ist neben der energetischen Gebäudesanierung das entscheidende Thema der nächsten Jahre", sagt Architekt Marx.

Wie eine barrierefreie Wohnung gestaltet werden sollte, beschreibt die DIN-Norm 18025, die in manchen Bundesländern in die Landesbauordnung übernommen wurde: Zugänge müssen schwellenfrei gestaltet sein, Flure sollten eine bestimmte Breite haben, Treppen beidseitig mit Handläufen versehen sein. Auch die Montage von Sanitäreinrichtungen, Hinweisschildern und die Beleuchtung ist detailliert vorgeschrieben.

Nur ein Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind laut einer Studie des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen seniorengerecht. Bis 2020 sind demnach zusätzlich rund 800 000 dieser Wohnungen nötig. In den Niederlanden sind bereits fünf Prozent der Wohnungen altengerecht. Für die barrierefreie Umgestaltung bestehender Wohnungen werden dort üppige staatliche Prämien vergeben.

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