Umfrage
Auslandsengagement schafft Jobs im Inland

Deutsche Unternehmen verlagern nach einer DIHK-Umfrage verstärkt auch ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ins Ausland - mit durchaus positiven Auswirkungen auf den Personalbestand im Inland.

HB BERLIN. Knapp 30 Prozent dieser Unternehmen hätten bereits Teile ihrer Kapazitäten ins Ausland verlagert, oder planten dies noch, sagte der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, Ludwig-Georg Braun. Die Verlagerung der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten folge zumeist der Verlagerung der Produktion. Dabei spielten häufig standortbedingte Gründe eine Rolle.

Die befragten Unternehmer hätten vor allem auf niedrigere Lohnkosten, die Nähe zum Kunden und Markterfordernisse verwiesen. Lediglich drei Prozent der im Ausland tätigen Unternehmen wolle seine Produktion oder seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wieder zurück nach Deutschland legen.

Umgekehrt habe die Studie ergeben, dass im Ausland tätige Unternehmen auch ihren Umsatz und ihren Personalbestand im Inland erhöhten, sagte Braun. Das wachsende Auslandsengagement sei somit eine Stütze der Konjunktur im Inland. Unter den befragten Unternehmen hätten 37 Prozent seit dem Beginn ihrer Aktivitäten im Ausland ihre Beschäftigung im Inland ausgebaut.

22 Prozent hätten Personal entlassen. Besser noch liege die Bilanz bei Unternehmen, die im Ausland investiert haben. Sie hätten ihren inländischen Personalbestand überdurchschnittlich ausgeweitet, wie das positive Beschäftigungssaldo von 17 Prozentpunkten zeige. An der Umfrage nahmen nach Angaben des DIHK rund 4400 Unternehmen teil, zwei Drittel davon kleine und mittelständische.

Neue EU-Staaten und Asien gefragt

Braun sagte, allerdings öffneten die Aktivitäten im Ausland den Unternehmern die Augen für die dortigen Standortvorteile. Sie stellten sich daher die Frage, ob sie sich in Zukunft Produktion, aber auch Forschung und Entwicklung in Deutschland noch leisten können. Hauptziel der Produktionsverlagerungen sind die neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und Asien.

Die Dynamik der Außenwirtschaft könnte nach Brauns Worten noch positivere Auswirkungen vor allem auf die Beschäftigung in Deutschland haben. Dazu müsste allerdings verhindert werden, dass viele Unternehmen aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit ihre Produktion und ihre Forschung und Entwicklung ins Ausland transferieren müssten. „Hier haben wir großen Nachholbedarf“, sagte der DIHK-Präsident.

Eine neue Bundesregierung müsse die Schwächen und Nachteile Deutschlands in punkto Innovation, Entwicklung und Forschung beseitigen helfen. Um die Produktion im Inland zu erhöhen, müsse der Standort auch wieder für ausländische Investoren attraktiv werden.

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