Umfrage
Chinesische Firmen zögern Zahlungen hinaus

Chinesische Firmen lassen sich mit dem Bezahlen ihrer Rechnungen immer länger Zeit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Kreditversicherers Coface unter 550 Unternehmen im Reich der Mitte. Die restriktivere Kreditvergabe der Banken könnte den Trend noch verstärken.

FRANKFURT. Obwohl sich das durchschnittliche Zahlungsziel auf dem Wachstumsmarkt innerhalb von drei Jahren bereits von 60 auf 90 Tage erhöht hat, gaben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Zahlungen verspätet eingehen. Ein Fünftel der Unternehmen wartet 60 Tage oder länger als vereinbart auf das Geld.

Als Gründe für die Zahlungsverzögerungen führt Coface die angespannte Finanzlage vieler Unternehmen und den gestiegenen Wettbewerb an. Steigende Rohstoffpreise und die zurückhaltene Kreditvergabe der Banken könnten die Situation im laufenden Jahr verschärfen. Chinas Banken haben auf Anordnung der Regierung die Kreditvergabe zurückgeschraubt.

Für Unternehmen, die auf den chinesischen Absatzmarkt setzen, kann die Entwicklung direkte Folgen haben – müssen sie doch länger auf ihr Geld warten. Um an das Geld zu kommen, setzten Unternehmen vor allem auf Gespräche; andere Möglichkeiten sind in China begrenzt. „Die Durchsetzungsmöglichkeiten sind für Kreditoren in China schwächer als in anderen aufstrebenden Ländern“, sagte Coface-Chefökonom Yves Zlotowski. Ein Grund, warum China trotz eines Länderratings von „A3“ beim Geschäftsumfeld nur mit der bedeutend schlechteren Note von „B“ bewertet wird.

Die an der Umfrage beteiligten Unternehmen waren zu zehn Prozent in Staatseigentum, zu 20 Prozent private Gesellschaften, zu 52 Prozent Unternehmen in ausländischem Besitz und 17 Prozent Joint Ventures. 65 Prozent gehörten zum Industrie- und Produktionssektor, zehn zum Dienstleistungssektor und 24 Prozent zum Handel.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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