Umfrage des DIHK
Banken halten Kreditzügel weiter straff

Die mittelständischen Unternehmen leiden nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) weiterhin unter restriktiven Konditionen bei der Kreditvergabe durch die Banken.

HB BERLIN. Die Kreditinstitute orientierten sich immer noch zu stark an den "harten Bilanzzahlen ihrer Kunden" und insbesondere an deren Eigenkapitalquote, kritisierte der DIHK am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage unter mehr als 20 000 Unternehmen. "Unser Eindruck ist: Die 'Bilanz von gestern' zählt mehr als die 'Bilanz von morgen'", erklärte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Trotz historisch niedriger Kapitalmarktzinsen könne von einem Ende der Kreditprobleme der Mittelständler keine Rede sein.

Gut 19 % Prozent der Befragten gaben bei der Umfrage sogar an, für sie hätten sich die Kreditkonditionen im vergangenen Jahr abermals verschlechtert. Die Kreditinstitute hätten noch restriktivere Anforderungen bei Sicherheiten und Dokumentationspflichten gestellt.

Drei Prozent der Unternehmen berichteten, ihnen seien bestehende Kreditlinien gekürzt oder ihre Kreditanträge abgelehnt worden. Nur 10 % der Betriebe konnten ihre Kreditkonditionen in den Verhandlungen mit den Banken verbessern.

Jeder vierte Unternehmer, der im vergangenen Jahr verschlechterte Kreditbedingungen oder gar Ablehnungen hinnehmen musste, gab bei der Studie an, er wolle seine Investitionen im Inland verringern. Nur jeder zweite Firmeninhaber aus dieser Gruppe erklärte, mehr investieren zu wollen am im Vorjahr.

Der DIHK wandte sich gegen Forderungen an die Europäische Zentralbank (EZB), die Leitzinsen noch weiter abzusenken. Chefvolkswirt Nitschke sagte, das Problem seien nicht die Zinsen, sondern die Anforderungen der Banken. "Wen das aktuelle Zinstief noch nicht zu Investitionen angeregt hat, der wird sich durch eine weitere Leitzinssenkung der EZB kaum zu Investitionen motivieren lassen."

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Die DIHK-Studie zum Nachlesen im PDF-Format

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