Umfrage des DIHK
Mittelstand profitiert nicht von der Wirtschaftserholung

Von der Export-getragenen Wirtschaftserholung konnten die mittelständischen Firmen in Deutschland nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern bislang kaum profitieren. Für das kommende Jahr lässt die zunehmende Skepsis in der Wirtschaft den DIHK wieder ein Abflauen des Wachstum erwarten.

HB BERLIN. „Die aktuelle Konjunkturbelebung geht am Mittelstand vorbei“, sagte der Vorsitzende des Mittelstandsausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Fritz-Wilhelm Pahl, am Freitag in Berlin. Die fehlende heimische Nachfrage mache kleineren Firmen mehr zu schaffen. Anders als der DIHK erwartet die Bundesregierung, dass der Aufschwung bald an Breite gewinnt. Dabei sieht die Regierung im Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen den Schlüssel für mehr Konsum und Investitionen.

Der DIHK-Mittelstandsreport ist eine Detailauswertung der großen Frühsommer-Umfrage vom Mai und erfasst mehr als 20 000 Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Wegen der starken Ausrichtung vieler kleinerer Unternehmen auf den heimischen Markt spürt ein Großteil des Mittelstands wenig von der boomenden Weltkonjunktur. „Am gesamten Wachstum Deutschlands von rund zwei Prozent im Jahr 2004 wird der Mittelstand wegen der Schwäche der Binnenwirtschaft nur unterproportional teilhaben“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Nur in Exportbranchen wie Chemischer Industrie, Kraftfahrzeug- oder Maschinenbau schätzten die mittelständischen Betriebe ihre Lage sogar besser ein als die Großunternehmen.

„Anders in der Binnenwirtschaft, die geprägt wird durch die andauernde starke Zurückhaltung bei Investitions- und Beschäftigungsplänen.“ Die Mittelständler litten zudem stärker unter den gestiegenen Rohstoff- und Ölpreisen als große Firmen. Unter dem Strich blicke der Mittelstand weit pessimistischer in die Zukunft als Großunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten.

Der DHIK schloss aus der Umfrage, dass die Wirtschaft schon im kommenden Jahr wieder langsamer wächst. „Unsere Befürchtung ist, dass die Dynamik im Export schneller nachlässt als die Binnenwirtschaft Tritt fasst“, sagte Nitschke. Eine Richtschnur für die Prognose 2005 dürfte das Potenzialwachstum von 1,5 Prozent sein. Im abgelaufenen zweiten Quartal hingegen sei die Wirtschaft wohl „außerordentlich kräftig“ gewachsen.

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