Umfrage
Herz des Mittelstands schlägt regional

Der deutsche Mittelstand gilt als Garant der wirtschaftlichen Stabilität in Deutschland. Weil kleine Betriebe vor allem Arbeitskräfte aus dem Umfeld beschäftigen, haben sie eine zentrale Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt. Trotzdem können auch Mittelständler über die Region hinaus erfolgreich sein.
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DÜSSELDORF. Ein starker regionaler Fokus ist eines der Hauptmerkmale des kleinen Mittelstands, zu dem Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Dienstleister, das Gastgewerbe, aber auch Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zählen. In vielen Regionen sind mittelständische Betriebe die wichtigsten Arbeitgeber. Der enge Kontakt zu Menschen, Lieferanten und Institutionen wie Vereinen vor Ort spielt für die wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung einer Region eine herausragende Rolle, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in einer Umfrage ermittelte, an der sich rund 1 200 Firmen beteiligten.

Die zentrale Bedeutung des Mittelstands für den regionalen Arbeitsmarkt wird laut Creditreform allein daran deutlich, dass die überwiegende Mehrzahl der befragten Unternehmer (70,1 Prozent) ausschließlich Arbeitskräfte beschäftigt, die im nahen Umkreis des Unternehmenssitzes zu Hause sind.

Im Handel (78,7 Prozent) sowie im Baugewerbe (73,6 Prozent) beschäftigen besonders viele Betriebe ausschließlich regionales Personal. Im verarbeitenden Gewerbe sind es mit nur 61,9 Prozent der Unternehmen dagegen weniger.

Dabei finden die mittelständischen Unternehmen in ihrem lokalen Umfeld zumeist genügend qualifizierte Arbeitskräfte. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (63,9 Prozent) bejahen dies. Allerdings suchten insbesondere unter den Bauunternehmen (51,2 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (46,4 Prozent) viele vergebens nach Fachkräften.

Der Umsatzanteil, der auf das regionale Umfeld entfällt, weist große Branchenunterschiede auf. Jedes sechste Unternehmen (17,1 Prozent) in Deutschland lebt ausschließlich von regionalen Geschäftsabschlüssen - darunter vor allem der Baubereich. So erzielt jedes dritte Bauunternehmen (32,2 Prozent) seinen gesamten Umsatz mit Regionalkunden.

Dagegen sind insbesondere die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes kaum auf regionale Kunden angewiesen. Lediglich sechs Prozent der Betriebe erzielen die gesamten Einnahmen mit Kunden aus dem Stadt- oder Landkreis. Bei fast zwei Drittel (62,7 Prozent) stammt mehr als jeder zweite Euro Umsatz schon aus überregionalen Geschäften. Überdurchschnittlich hoch ist dieser Anteil auch im Großhandel (49,5 Prozent).

Langjährige persönliche Beziehungen des Unternehmers mit seinem Umfeld zahlen sich laut Umfrage aus, schützen aber nicht vor Konkurrenz. Aufgrund der engen regionalen Verbindung gelingt es den mittelständischen Unternehmen neue Aufträge anzuwerben. Durch Kontakte mit Vereinen, Verbänden, Ämtern und Behörden konnte knapp die Hälfte der befragten Unternehmen schon einmal Aufträge anbahnen. Das trifft besonders auf das Bauhandwerk zu. Andererseits führt der starke regionale Fokus in vielen Bereichen zu einer harten Konkurrenzsituation.

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