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Umfrage: Jeder siebte Mittelständler fürchtet Pleite

Die deutschen Mittelständler werden immer pessimistischer. Eine Umfrage unter 700 Firmen belegt: Immer mehr fürchten existenzielle Probleme, wenn die Krise noch sechs Monate so weitergeht wie im Moment. Und das ist noch nicht alles. Es gibt Probleme mit der Zahlungsmoral.

Mittelständler haben ernsthafte Sorgen. Quelle: Pressebild
Mittelständler haben ernsthafte Sorgen. Quelle: Pressebild

HB BERLIN. Jeder siebte Mittelständler sieht sich bei anhaltender Wirtschaftsflaute in seiner Existenz bedroht. Bei 15 Prozent der Betriebe würde eine sechsmonatige Fortdauer der Krise existenzielle Probleme nach sich ziehen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young unter 700 Firmen. "Die Unternehmen stemmen sich mit drastischen Kostensenkungen, Kurzarbeit und häufig sogar mit Einsatz ihres Privatvermögens gegen die Krise", sagte Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. "Aber die Zeit wird knapp: Bei immer mehr Mittelständlern droht bald das Geld auszugehen."

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Derzeit rechnet nur jedes vierte Unternehmen damit, dass die Krise im kommenden Jahr vollständig überwunden sein wird. Im Januar waren die Befragten noch davon ausgegangen, dass die Krise bis Herbst 2010 ausgestanden sein würde. Nun erwarten sie die vollständige Erholung der Wirtschaft erst für den Juni 2011.

Fast jeder dritte Mittelständler hofft aber auch, eher gestärkt als geschwächt aus der Rezession hervorzugehen. Viele Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht und seien auch international gut aufgestellt. "Sie gehen in diesem Jahr durch ein Tal der Tränen", sagte Englisch. "Wer aber diese Krise überlebt, hat alle Chancen, anschließend daraus gestärkt hervorzugehen."

Zudem klagen Immer mehr Mittelständler über Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Bankkrediten: 37 Prozent geben an, dass die Finanzierung durch die Hausbank schwieriger geworden sei. Etwa ebenso viele (38 Prozent) sehen sich mit höheren Dokumentations- und Sicherheitsanforderungen von Seiten der Banken konfrontiert. Nur eine Minderheit von zwölf Prozent gibt an, dass die Kreditzinsen gestiegen seien.

"Kleinere Unternehmen mit gesunder Substanz und einem funktionierenden Geschäftsmodell haben keine Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen. Anders ergeht es größere Unternehmen, die Kredite in einer Größenordnung ab 20 Millionen Euro benötigen. Es gibt derzeit nicht mehr genügend Kreditvolumen am Markt, und das ist ein klares Zeichen für eine drohende Kreditklemme", so Englisch.

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