Umfrage
Mittelstand steckt Basel II besser weg als erwartet

Der deutsche Mittelstand hat die als Basel II bekannten verschärften Richtlinien zur Kreditvergabe einer Umfrage zufolge besser als erwartet verkraftet. Zum Teil profitieren die Unternehmen sogar von den neuen Regeln.

HB HAMBURG. In einer Umfrage Nürnberger Beratungsfirma Weissman & Cie unter 500 mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz von 3 Millionen Euro bis 1 Milliarde Euro erklärten rund 69 Prozent, durch Basel II habe sich nichts für die Firma verändert. 31 Prozent sagen, es habe Veränderungen gegeben.

Ursprünglich hatten vor allem Familienunternehmen befürchtet, sie würden durch verschärfte Richtlinien zur Kreditvergabe im Vergleich zu Kapitalgesellschaften benachteiligt. Zum Teil profitieren die Mittelständler sogar von den neuen Regeln: So gaben rund zwölf Prozent der befragten Firmen an, ihr Kreditrahmen habe sich durch Basel II vergrößert, bei nur neun Prozent hat er sich verkleinert. Bei 79 Prozent blieb die Kreditlinie unverändert.

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Im Schnitt wurden die Kreditzinsen auch günstiger. So sagten 30,4 Prozent der Mittelständler, durch Basel II wären die Kreditzinsen preiswerter geworden. Nur 6,3 Prozent gaben an, durch Basel II seien ihre Zinsen teurer geworden, 64,3 Prozent gaben „unverändert“ an. Auch auf die Besicherung hat die neue Kreditvergabepolitik keine nennenswerten Auswirkungen. Allerdings sagte rund ein Viertel der Befragten der Weissman-Studie, dass sich ihre Eigenkapitalpolitik verändert habe.

„Die hitzige Diskussion war eher ein Sturm im Wasserglas,“ fasst Mittelstands-Experte Arnold Weissman die Entwicklung zusammen. Er räumte jedoch ein, dass sich die allgemeinen Bedingungen zur Finanzierung von mittelständischen Unternehmen in den vergangenen Jahren verbessert haben. Viele Banken hätten den Mittelstand wiederentdeckt.

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