Umfrage unter Firmen in NRW
Mittelstand hat sich auf EU-Osterweiterung schlecht vorbereitet

Die EU-Osterweiterung ist für kleine oder mittelständische Unternehmen offenbar kein wichtiges Thema. Nur ein Drittel der Firmen hat sich bislang darüber Gedanken gemacht.

HB MULHEIM. Nur etwa jeder dritte Chef eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens in Deutschland hat sich nach Schätzung von Fachleuten bislang Gedanken über die Chancen seiner Firma durch die EU-Osterweiterung gemacht. „Die großen Unternehmen haben dagegen bereits vor zehn Jahren ihre Chancen in Osteuropa gesehen und sind in der Regel heute gut auf die EU-Erweiterung vorbereitet“, sagte Silvia Besse von der Mülheimer Unternehmens-Beratungsgesellschaft Zenit. Das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet hat sich im Auftrag der Europäischen Kommission auf die Vorbereitung von kleinen und mittelständischen Firmen auf die EU-Osterweiterung spezialisiert.

„Die EU-Osterweiterung bietet den Unternehmen große Chancen, Beziehungen aufzubauen“, sagte Besse. Kleine und mittelständische Unternehmen könnten im Gegensatz zu großen Firmen jedoch nicht einfach eine Niederlassung aufmachen oder eine Firma aufkaufen. Für Fragen wie die Höhe des Gewerbesteuersatzes in Slowenien und nach regionalen Förderprogrammen in Lettland bräuchten aber auch diese Unternehmen einen kompetenten Ansprechpartner.

Gerade für die Geschäfte kleiner und mittlerer Unternehmen sei jedoch die durch den EU-Beitritt gewährleistete Sicherheit und Stabilität von besonderer Bedeutung. Mit dem Wegfall der Zollgrenzen entfalle künftig auch ein Großteil der bisherigen Formalitäten. „Wenn ein Produkt die Richtlinien auf dem heimischen Markt erfüllt, kann es künftig auch in den neuen Mitgliedstaaten angeboten werden“, sagte Basse.

Bei einer im Sommer dieses Jahres erfolgten Umfrage unter exportorientierten Mittelständlern in Nordrhein-Westfalen hatten nahezu vier von fünf Unternehmen (78 %) Polen als attraktivstes Partnerland in Osteuropa genannt. Mit einem Anteil von 61 % folgte die Türkei, die bislang nur den Status eines Beitrittskandidaten hat. Auf den weiteren Plätzen folgten Tschechien und Ungarn vor der Slowakei, Slowenien, Lettland, Estland und Litauen. Abgeschlagen beim Interesse deutscher Firmen lagen Malta und Zypern auf dem letzten Platz.

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