Umgang mit Gefahren
Auf die leichte Schulter

Mittelständler gehen mit Unternehmensrisiken häufig sorglos um, warnen Experten. Dabei kann es für ein Unternehmen existenzbedrohend sein, wenn es Gefahren zu spät erkennt. Spezielle Systeme können Risiken gezielt mindern.

KÖLN. "Erst 20 bis 40 Prozent der Mittelständler haben eine Risikostrategie", sagt Frank Romeike, einer der führenden deutschen Experten für Risikomanagement und Autor mehrerer Fachbücher über den Umgang mit unternehmerischen Gefahren. Dabei brauche ein kleiner Betrieb laut Romeike für eine Risikostrategie zunächst nur ein Blatt Papier. Darauf wird notiert, welche Ereignisse die Existenz des eigenen Unternehmens bedrohen können: Der Ausfall von Maschinen, mangelnde Mitarbeiter-Motivation oder fallende Marktpreise können dazu gehören. Aber auch höhere Gewalt wie Sturm, Wasser oder Feuer.

"Unternehmer müssen ihren Betrieb systematisch auf Schwachstellen abklopfen", rät auch Jürgen Kaack, Berater bei der STZ-Consulting Group. Er ist Autor des Ratgebers zum Risikomanagement in mittelständischen Unternehmen und empfiehlt, die identifizierten Risiken nach zwei Kriterien zu beurteilen: Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaß des Schadens. Nach seiner Einteilung ist ein Risiko umso größer, je wahrscheinlicher das Ereignis eintritt und je bedrohlicher der dadurch zu befürchtende Schaden ist.

Kleine Risiken wie etwa saisonal schwankende Einkaufspreise oder vereinzelte Produktreklamationen können Unternehmer selbst tragen, etwa indem sie Rückstellungen bilden. Ist der mögliche Schaden sehr hoch, die Wahrscheinlichkeit aber gering, gilt das Risiko als klassischer Versicherungsfall.

Schäden durch höhere Gewalt wie Unwetter oder Feuer können auf diesem Weg einfach abgesichert werden - dennoch sind viele Unternehmen nicht ausreichend geschützt: "Wir stellen bei 80 Prozent der Unternehmen fest, dass die Versicherungssummen zu niedrig angesetzt sind", sagt Bernd Meyer, Geschäftsführer der Gothaer Risk GmbH, -Management einem Tochterunternehmen der Gothaer Versicherungsbank. Vor allem Mittelständler neigten dazu, sich erst dann mit Gefahren zu beschäftigen, wenn ein Schaden eingetreten sei.

Deshalb bieten die Risikomanager großer Versicherer Unternehmern ihre Beratung an. "Sehr hilfreich gerade für Mittelständler", urteilt Experte Romeike. Viele große Versicherungen haben so genannte Mehrfach-Policen für Unternehmen im Angebot. Sie decken die Gefahren Feuer, Einbruch, Raub, Streik, Wasser, Sturm und Hagel ab - für Gebäude, Betriebseinrichtungen, Produktionsanlagen und Waren. Verursacht ein Sachschaden einen Ertragsausfall, ist auch der oft versichert. Und sogar Betriebs- und Produkthaftpflicht sind in manchen Paketen enthalten.

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