Umsatz gesunken
Billigimporte setzen deutschen Möbelwerken zu

Importierte Billigware macht den deutschen Möbelherstellern das Leben schwer. Die Produzenten hoffen nun auf Häuslebauer und die Rückbesinnung auf Qualität – und fordern den „Made in“-Hinweis auf Möbeln.
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KölnJahrelang durften sich Deutschlands Möbelhersteller über klingelnde Kassen freuen, doch nun trübt sich das Bild. Erstmals seit langem sinken die Umsätze wieder. Als Gründe dafür sieht die Branche vor allem Billigimporte und einen zunehmend härter werdenden Konkurrenzkampf unter den Möbelhändlern. „Der Handel setzt weiter auf Importware statt auf heimische Qualität und findet nicht den dringend notwendigen Ausstieg aus der Verramschungsschiene“, klagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie Elmar Duffner am Montag in Köln.

Opfer der Entwicklung sei die deutsche Möbelindustrie: „Der Möbelhandel ist auf besten Wege, die mittelständische Möbelindustrie immer weiter an den Rand zu drängen“, stellte Duffner fest. In mehr als 500 Betrieben der deutschen Möbelindustrie sind mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mehr als 86.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Als Gegenmittel im Kampf gegen ausländische Billigimporte dringen die deutschen Hersteller nun auf eine Auszeichnung der Produzentenländer. Neben dem Preis solle künftig auch bei Möbel beispielsweise der Hinweis „Made in Germany“ oder auch „Made in China“ stehen, forderte Duffner. Die Branche hoffe, dass das Europäische Parlament nun noch im Herbst die Weichen dafür stelle.

Mehr als jedes zweite Möbelstück in Deutschland stammt mittlerweile aus dem Ausland. Der Anteil liege bei mittlerweile „besorgniserregenden“ 58 Prozent, hieß es. Importiert werden Möbel vor allem aus Polen und China. Angesichts steigender Herstellungskosten in China seien vor allem im untersten Preissegment zunehmend Importe auch aus Indien und Thailand zu beobachten, so der Verband.

Vorbild der Möbelhersteller bei ihrer Kampagne ist die neue Lust der Verbraucher an Qualität und Service in der Lebensmittelbranche. Erst in der vergangenen Woche hatte der Handelsverband HDE in Supermärkten und selbst bei Discountern eine Trendwende weg vom reinen Preisdenken verkündet.

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  • Ich habe zwei Badezimmermöbel gekauft, eines "Made in Germany" und einmal "Made in China" in Hochglanz weiß. Nach etwa zwei Jahren zeigten sich beim chinesischen Schrank deutliche Abnutzungsspuren, insbesondere im Lack (leichte Kratzer sichtbar) und im Übergang von der Rückwand zur Lackfläche an der Seite leichte Aufquellungen durch eindringende Feuchtigkeit. Der Deutsche Schrank sieht dagegen noch super aus! Ich finde, der Preisunterschied (Made in Germany war über 400Euro teurer) war erheblich, der Qualitätsvorsprung nur gering. Ich finde, die deutschen Möbelhersteller müssen den Abstand zu den Chinesen wieder vergrößern durch eine bessere Qualität, die erfahrbar und transparenter für den Verbraucher gemacht wird.

  • Mein letztes Sofa habe ich von einem deutschen Hersteller aus Bayern gekauft. Beim Verkaufsgespräch wurde immer wieder das Qualitätskriterium "Made in Germany" in den Vordergrund gestellt. Kein Jahr später gab es verschiedene Mängel am Sofa und es hat Wochen gedauert, bis wenigstens 1 Mangel (aufgeplatzte Nähte) behoben wurde und diese Reparatur dauerte 5 Wochen. Mein Fazit: "Made in Germany" interessiert mich beim nächsten Mobelkauf überhaupt nicht mehr. Schlechter hätten chinesische Möbel auch nicht sein können. Und dafür auch noch mehr Geld verlangen. Schämt euch!

  • Was den deutschen Herstellern fehlt, ist ein Grund sie zu Kaufen! Wenn ein Bett aus Pressspan, nur weil es aus Deutschland kommt, das Dreifache eines im Ausland gefertigten Bettes kostet, muss mir jemand erklären, warum ich das kaufen soll. Zumal die Spanplatten selbst oft genug nicht mal in Deutschland gefertigt werden. Wo liegt da mein Vorteil? Wer keine Funktion am Markt hat, verschwindet nun Mal. So ist das eben.

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