Umwelttechnik
Schwäbische Umwelttechnik auf dem Gipfel

Umwelttechnik aus Schwaben ist weltweit gefragt - und die Landesregierung fördert die Wachstumsbranche nach Kräften. Stuttgart nimmt dabei eine besondere Stellung an. Potenzial sehen Experten vor allem bei der industriellen Anwendung der Solarthermie.

STUTTGART. Auf der Zugspitze steht seit November ein gläsernes Restaurant: Ein Knopfdruck - und das Dach fährt wie ein Fächer ein. Der "Gletschergarten" wird so bei gutem Wetter zu einer Freiluft-Gaststätte. Mehr noch: Während sich normales Glas bei extremen Minusgraden verzieht, halten die Spezialscheiben des schwäbischen Glasveredlers Arnold die Wärme im Gebäude, lassen gleichzeitig aber Licht und Energie durch. Das ist nur ein Projekt der Umwelttechnik-Spezialisten aus Remshalden bei Stuttgart. Sie haben auch die Bauteile für das weltgrößte mit Dünnschicht-Solarzellen ausgestattete Dach geliefert. Die Technik liefert nun Strom für eine New Yorker Metro-Station und könnte auch für deutsche Bahnhöfe zum Vorbild werden.

Umwelttechnik aus Schwaben ist weltweit gefragt - und die Landesregierung fördert die Wachstumsbranche nach Kräften. "Wir wollen uns an die Spitze der Effizienztechnik setzen, denn hier gehen Ökonomie und Ökologie Hand in Hand", sagt die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner. Der Landesverband der Industrie zählt rund 300 Umwelttechnikhersteller.

Stuttgart nimmt dabei eine besondere Stellung an. Sowohl Konzerne wie Daimler und der Energieversorger EnBW als auch Solarfirmen und kleine Hersteller von Biomasseheizungen sind hier im Bereich Umwelttechnik aktiv. Viele Firmen entwickeln zudem in den klassischen Umweltbereichen Lösungen - vom Abgasfilter über Bodensanierung bis hin zur Wasseraufbereitung.

Potenzial sehen Experten vor allem bei der industriellen Anwendung der Solarthermie. Anwendungen dafür reichen bis hinein in die Planung von Stuttgart 21: Wissenschaftler am Zentrum für Energieforschung in Stuttgart haben eine Möglichkeit gefunden, wie sie die Baugruben und Tunnel geothermisch nutzen können. Im Untergrund herrschen das ganze Jahr über die gleichen Temperaturen, mit denen sich im Sommer kühlen und im Winter heizen lässt. Erdsonden ziehen nun die Energie aus dem Erdreich und versorgen über Wärmepumpen Büros und Wohnungen. Für den Bau der Landesbibliothek ist dieses Verfahren bereits fest eingeplant.

Auf dasselbe Prinzip setzt eine Technik, über deren Einsatz Deutsche Bahn und Straßenbahngesellschaft nachdenken. Dabei transportieren an die Tunnelwände geklebte Absorbermatten Wärme- oder Kühlenergie in Gebäude- auch das hätte das Zeug zu einem Exportschlager.

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