Mittelstand
Unternehmen binden mehr Kapital

In keinem anderen europäischen Land ist so viel Kapital in Anlagen gebunden wie in Deutschland. Eine aktuelle Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen.

FRANKFURT. Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge: Die Ausrüstung eines Betriebes verschlingt gewaltige Summen. In Deutschland sind knapp 72 Mrd. Euro in Vermögensgegenständen gebunden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Siemens Financial Services. Doch damit liegen deutsche Unternehmen im europäischen Vergleich gar nicht so schlecht.

Der Studie zufolge ist zwar in keinem anderen europäischen Land so viel Geld in Anlagen gebunden wie in Deutschland. Allerdings relativiert sich dies durch die Größe der hiesigen Volkswirtschaft. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt beträgt das gebundene Kapital nur 5,7 Prozent, womit Deutschland fast gleichauf liegt mit Großbritannien.

Britische Unternehmen gelten als besonders offen für neue Finanzierungsformen wie etwa Leasing- und Mietverträge, die das Kapital nicht binden. Eine noch deutlich niedrigere Quote an gebundenem Kapital von 2,6 Prozent weisen die USA auf. Französische Unternehmen kommen auf 4,2 Prozent.

Von 2005 bis 2007 nahm das gebundene Kapital in allen Ländern zu. "Bei der guten Konjunktur mussten viele Unternehmen einfach investieren", erklärt Reinhard Kudiß, Finanzexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Da durch die Finanzmarktkrise die klassischen Kredite bei der Hausbank nicht mehr so leicht zu erhalten sind, rechnet Siemens Financial Services allerdings damit, dass künftig mehr Unternehmen ihre Ausrüstung mieten oder leasen, damit sie weniger liquide Mittel binden.

Auch die Finanzierung in der Lieferkette nehmen immer mehr Finanzanbieter in ihr Angebot auf. Nach einer Studie des Unternehmensfinanzierers Demica bieten inzwischen 93 Prozent der führenden 50 globalen Banken diese Finanzierungsmodelle an. Im Vorjahr waren es nur 50 Prozent.

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