Unternehmens-Zukauf
Anorganisch zum Erfolg

Oft ist der Kauf von Konkurrenten für Mittelständler die einzige Möglichkeit, nennenswertes Wachstum zu erzeugen. Durch Synergien kann sich anorganisches Wachstum lohnen. Doch Vorsicht muss bei der Finanzierung gelten.
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Frankfurt am MainDer Mittelstand erbringt über 90 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Trotz einer exportorientierten Positionierung und relativ hoher Produktpreise finden sich die Unternehmen regelmäßig im Spagat zwischen Innovation und Investition. Und dies bei einer im globalen Vergleich schwachen Eigenkapitalquote. Die Abhängigkeit von Fremdkapital beziehungsweise die relative Bilanzschwäche verlangsamt allerdings das organische Wachstum. Die Folge: Wenn ein Unternehmen nicht aus sich heraus Umsatz und Ergebnis steigern kann, muss es Wachstum durch den Zukauf von Unternehmen und Beteiligungen generieren. Schließlich verfolgen die meisten Unternehmen das Ziel, die Marktführerschaft in einem Markt oder einer Nische zu übernehmen. Anorganisches Wachstum ist daher ein wichtiger Wert- und Wachstumstreiber für den Mittelstand.

Die angestrebte bessere Marktpositionierung ergibt sich dabei häufig durch das höhere Umsatzvolumen, das aus dem größeren Marktanteil resultiert. Der höhere Umsatz verleiht dem Unternehmen eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber den Zulieferern sowie eine größere Preisflexibilität bei Distributoren und im Handel. Ein höheres Einkaufs- oder Servicevolumen führt häufig zu reduzierten Einkaufspreisen, höheren Rabatten und längeren Zahlungsfristen. Darüber hinaus können die Produktionskosten durch längere Wertschöpfungsketten und optimierte interne Prozesse reduziert werden. Beides steigert den operativen Cashflow und stärkt die Finanzlage des Unternehmens.

Gleichzeitig verbessert die höhere Produktpräsenz die Chance auf mehr Verkaufsflächen bei Produkten und eine größere Reichweite bei Dienstleistungen. Dies wirkt sich positiv auf die EBIT-Marge und somit auf die Ertragsstärke des Unternehmens aus. Damit bietet anorganisches Wachstum einen weiteren Vorteil: Die gewachsene Größe und die höhere finanzielle Stabilität, wie sie durch eine erfolgreiche Post-Merger-Integration (PMI) erreicht werden können, steigern die Bereitschaft von Banken und Eigenkapitalgebern, dem Unternehmen mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Um den Erwerb eines Unternehmens erfolgreich umzusetzen, müssen die Ressourcen sowohl für die Akquisitionsphase als auch für die PMI detailliert geplant werden. Dabei sind Schnelligkeit, klare Strukturen und stringente Kommunikation, eine stabile Finanzierung und volle Aufmerksamkeit gefragt. Bei schwacher Eigenkapitalausstattung muss das kaufende Unternehmen zudem die vom Kreditvertrag vorgeschriebene Minimal-Eigenkapitalquote halten können.

Die Einstellung mittelständischer Unternehmen gegenüber anorganischem Wachstum hat sich positiv entwickelt – trotz dessen Transaktions- und Finanzierungskomplexität. Dies gründet in vielen Fällen auf einer gelebten Partnerschaft mit einem institutionellen Investor. Dieser engagiert sich unternehmerisch und unterstützt damit aktiv die Unternehmensentwicklung in Abgrenzung zu einer Bankenfinanzierung. Der Investor reduziert das Transaktionsrisiko, verhilft zu Eigenkapital und professionalisiert die PMI in das bestehende Unternehmen, das von besseren Wachstumsraten und stabileren Finanzstrukturen profitiert.

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