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Unternehmensberater Hermann Simon: „Deutsche müssen Chinesen mit eigenen Waffen schlagen“

Deutsche Mittelständler sind nicht selten Weltmarktführer in ihrer Branche. Damit das auch so bleibt, müssen für das Ausland neue Geschäftsmodelle her. Management-Vordenker Hermann Simon weiß, wie das funktionieren kann.

Eine Baumaschine von Sany: Das chinesische Unternehmen ist der neue Putzmeister-Eigner. Quelle: picture alliance / dpa
Eine Baumaschine von Sany: Das chinesische Unternehmen ist der neue Putzmeister-Eigner. Quelle: picture alliance / dpa

Handelsblatt: Herr Simon, Sie beobachten seit einem Vierteljahrhundert die deutschen „Hidden Champions“. Ein solcher heimlicher Weltmarktführer war der Betonpumpenhersteller Putzmeister. Nun hat der Gründer seine Firma an den chinesischen Konkurrenten Sany verkauft. Hat Sie das überrascht?

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Hermann Simon: Vor wenigen Jahren wäre das noch unvorstellbar gewesen. Aber bereits 2009 verdrängte Sany Putzmeister als Weltmarktführer. Putzmeister ist jedoch nicht an der damaligen Krise gescheitert, sondern in China, dem heute mit Abstand wichtigsten Markt für Betonpumpen. Hier spielt Putzmeister inzwischen nur noch eine marginale Rolle.

Das klingt nach einem Managementfehler.

Wer auf dem wichtigsten Schlachtfeld unterliegt – welches Land das für ein Produkt auch sein mag –, der verliert auf Dauer die Weltmarktführerschaft. Dasselbe passiert gerade in der Photovoltaik.

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Neben den großen Themen rund um den Besuch von Kanzlerin Merkel ist ein anderes nicht zu vernachlässigen: Der Mittelstand und seine Bedeutung für beide Länder. Denn gerade für kleine Firmen bieten sich große Chancen.

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Auch andere Branchen sollten sich also vor der Konkurrenz aus China hüten?

Unsere Maschinen- und Anlagenbauer und Zulieferer unterschätzen die Chinesen. Immer mehr chinesische Produkte stehen „Made in Germany“ in nichts nach. Die neuen Stars am Industriehimmel, die Telekomausrüster ZTE und Huawei, wurden vor Jahren noch belächelt. Beide liegen mit ihren Patentanmeldungen mittlerweile weltweit auf Platz eins und drei – weit vor Bosch oder Siemens.

Wie können sich deutsche Unternehmen gegen die chinesische Konkurrenz behaupten?

Ganz einfach: Wir müssen zu Chinesen werden! Deutsche müssen im Reich der Mitte Chinesen bei den Kosten angreifen, sie mit eigenen Waffen schlagen. Karl Mayer, Spezialist für Kettenwirkmaschinen, eroberte die Weltmarktführerschaft von den Chinesen zurück. Weil er verstärkt in China produziert – auch im Niedrigpreissegment.

Unternehmensberater Hermann Simon. Quelle: PR
Unternehmensberater Hermann Simon. Quelle: PR

Worauf müssen Unternehmen achten, die nach China und weltweit expandieren?

Nischenanbieter müssen irgendwann globalisieren, um weiter zu wachsen. Sie sollten sich nicht darauf fokussieren, deutsche Kunden ins Ausland zu begleiten, sondern dort von vornherein neue Kunden finden. Beginnen sollten sie immer im wichtigsten Markt.

  • 09.02.2012, 14:09 UhrAnonymer Benutzer: ursularenner

    Der springende Punkt ist doch, daß ich im Falle eines Riesenlandes dort produziere, wo meine Kunden sind.

  • 08.02.2012, 23:43 UhrMary

    Dieser Artikel ist kaum politisch, andere sind eher politisch. Hoffentlich wird das bald auf Handelblatt-online unterschieden. Es geht hier nicht um Arbeitssklaven bürgerkriege oder irgenwelche inhaltsleeren Phrasen bewusst der Wirkung und der Schau.
    Es geht um deutsche Verkausstrategien in China. Dazu kann ich Ihnen folgende Information zur Verfügung stellen: Im vergangenen Sommer hörte ich einen Vortrag von einem Schweizer Fachmann zu diesem Thema.Es gibt fünf "Killer-Apps. Er sagte, den Chinesen fehle das "fünfte Killer-App". Das kann man nicht imitieren, und wenn die Chinesen es imitieren dann kommt der Massenauflauf auf dem Roten Platz. Und das kam danach...

  • 08.02.2012, 12:04 Uhrihr

    Die Chinesen haben eine sozialistische Planwirtschaft. Zentral werden strategische Entscheidungen getroffen. Und wenn eben beschlossen wird, keine Schnellzüge mehr zu importieren, sondern nur noch selbst zu bauen, dann gilt das für alle chinesischen Firmen.

    Eine kapitalistische Marktwirtschaft kann da nicht mithalten. Die zermetzeln sich selbst. Schlußendlich stünde da der staatsmonopolistische Kapitalismus - bedeutet aufgrund immenser innenpolitischer Probleme (Arbeitslosigkeit, Nachfrageabbruch etc.) das Ende.

    Ach so, auf diesem Weg sind wir natürlich.

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