Unternehmensbetreuung
Neuer Chef gesucht

Der Chef ist schon im Rentenalter, einen Nachfolger aus der Familie gibt es nicht – ein Problem, vor dem viele Mittelständler stehen. In diesem Fall könnte sich der Weg zur Bank lohnen. Denn viele Institute vergeben längst nicht mehr nur Kredite. Speziell geschulte Mitarbeiter vermitteln auch neue Kontakte – häufig sogar über Partnerbörsen.
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Die Produkte, die die Rombold System GmbH entwickelt, sind sehr speziell. Zum Beispiel der Apparat namens Brünn. In der Mitte steht auf einer Metallplatte eine überdimensionale, hellgraue Nähmaschine. Von rechts wird ihr über eine Schiene ein Klettband zugeschoben, über die linke Schiene kommt ein Etikett. Beide werden auf der Metallplatte übereinandergefügt und von der Nähmaschine zusammengenäht. Solche mit Abzeichen versehenen Klettbänder sind zum Beispiel auf Feuerwehruniformen zu finden. Besitzer eines Unternehmens zu sein, das Spezialmaschinen wie Brünn herstellt, ist nicht unbedingt das, wovon jeder kleine Junge träumt.

Trotzdem hat sich Andreas Ecker bereits nach dem ersten Besuch in den Betrieb aus Ludwigsburg, nahe Stuttgart, verguckt. Schon lange wollte er selbst Unternehmer sein. Rombold hatte alles, was er suchte. Das Unternehmen stand wirtschaftlich gut da, hatte Wachstumspotenzial und war in einer Nische aktiv, in der es nur wenige Wettbewerber gibt. Und vor allem hatte es einen Chef und Eigner, der einen Nachfolger suchte. Einer engagierten Bankerin ist es zu verdanken, dass Peter Rombold und Andreas Ecker sich kennenlernen konnten.

Denn Banken verstehen sich heute nicht mehr nur als Kreditgeber und Geldverwalter. Firmenkundenberater unterstützen ihre Kunden zum Beispiel auch dabei, einen Nachfolger für ihr Unternehmen zu finden. Die KfW, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken betreiben dafür eine eigene Nachfolgebörse namens Nexxtchange. Über diese haben auch Ecker und Rombold zusammengefunden.

Rombolds damals zwölf Mitarbeiter hatten den Chef gedrängt, sich Gedanken zu machen, wie es weitergeht. Schließlich war er bereits 58 und die meisten seiner Angestellten um die 40 Jahre alt. Sie hatten Angst, dass der Chef in ein paar Jahren aufhört und sie dann auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar wären. Rombold suchte also kurz- bis mittelfristig einen Nachfolger. Er beauftragte seine Hausbank, die Kreissparkasse Waiblingen, den Nachfolgeprozess in Gang zu setzen. Deren Spezialberaterin für Unternehmensnachfolge, Katrin Kühnel, stellte sein Unternehmen dann bei Nexxtchange ein, denn "darüber haben wir bisher noch jedes Unternehmen vermittelt", sagt sie.

Anschließend sichtete sie die über 80 Bewerbungen und lud geeignete Kandidaten zum Vorstellungsgespräch ein. Doch bis auf einen lehnte Rombold alle Bewerber ab oder aber die Kandidaten selbst wollten nicht mehr. Rombold stellte das Nachfolgethema erst einmal zurück.

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