
DüsseldorfThomas Kübler macht den Eindruck, ein bodenständiger Manager zu sein. Er redet begeistert darüber, Technologie-Führer in seiner Nische zu sein – dem Markt für Hallenheizungen. Dem Faible für Innovationen ordnet er vieles unter, etwa das Verlangen nach höchst möglicher Rendite.

In kariertem Hemd und Filzsakko, ein kleines Firmenlogo ans Revers geheftet, berichtet der Ludwigshafener von einem Rekordjahr: Umsatz 13 Millionen Euro, ein Wachstum von 20 Prozent, 120 Mitarbeiter im Betrieb. Nachhaltigkeit sei ihm wichtig, Wachstum nicht alles. Er referiert über die Vorzüge von Infrarotheizsystemen, die in Fabrikhallen vor allem die zwei Meter Raumhöhe beheizen, wo Mitarbeiter werkeln – nicht aber so stark die 18 Meter über ihnen bis zur Decke.
Das von der Förderbank KfW ermittelte Kreditneugeschäft der Geschäftsbanken mit Unternehmen und Selbstständigen wird in den Wintermonaten 2012/13 gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um etwa zwei Prozent schrumpfen. Auch im ersten Halbjahr 2013 bleibe das Wachstum des Neugeschäfts rückläufig, heißt es im KfW-Kreditmarktausblick.
Als Hauptgrund für die Entwicklung gilt laut KfW die Rezession in der Euro-Zone, die nun auch in Deutschland ankomme. Die Banken könnten jedoch mehr Kredite anbieten – auch wegen der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Unternehmen, die derzeit Zugang zu Krediten suchen, haben gute Chancen, eine Finanzierung zu erhalten. Dafür sorge die Konzentration der deutschen Banken auf den Heimatmarkt und die Zurückhaltung der Banken beim Auslandsgeschäft, so die KfW.
Zusammen mit den Landesbanken haben die Sparkassen nach Eingaben 42 Prozent Marktanteil bei Unternehmensfinanzierungen in Deutschland. Allein bis Ende November 2012 seien 62,8 Milliarden Euro an Darlehen an Firmenkunden ausgegeben worden – ein Plus von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Banken haben in den vergangenen Monaten im Firmenkreditgeschäft gut verdient, allerdings dürfte der Höhepunkt jetzt erreicht sein. In den 18 Monaten bis September 2012 sind die Margen laut Barkow Consulting um 0,42 Prozentpunkt auf 1,95 Prozent gestiegen.
Und er kann die Frage beantworten, weshalb im Winter im ganzen Land Hobby-Sportler in Fußball- oder Tennishallen frieren müssen. „Eine drei Felder große Tennishalle zu beheizen, kostet bis zu 30.000 Euro über den Winter“, so der 48-Jährige. „Da ist man als Betreiber schon daran interessiert so wenig wie möglich zu heizen.“
Einer wie Kübler ist es, den sie in den Banken-Türmen in Frankfurt im Visier haben. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank sind auf Mittelstandsoffensive, wollen auch kleinere Unternehmen für sich und ihre Dienstleistungen begeistern. Denn das Investment-Geschäft ist riskant, da rücken stabile Erträge, wie sie Erstbank-Beziehungen versprechen in den Vordergrund.
Rang 1 (Vorjahr: 10)
33,3 Milliarden Dollar
26 Transaktionen
Rang 2 (Vorjahr: 1)
31,3 Milliarden Dollar
21 Transaktionen
Rang 3 (Vorjahr: 4)
31,2 Milliarden Dollar
23 Transaktionen
Rang 4 (Vorjahr: 6)
25,8 Milliarden Dollar
32 Transaktionen
Rang 5 (Vorjahr: 2)
24,8 Milliarden Dollar
15 Transaktionen
Rang 6 (Vorjahr: 7)
16,3 Milliarden Dollar
12 Transaktionen
Rang 7 (Vorjahr: 3)
14,0 Milliarden Dollar
18 Transaktionen
Rang 8 (Vorjahr: 15)
12,8 Milliarden Dollar
13 Transaktionen
Rang 9 (Vorjahr: 9)
10,5 Milliarden Dollar
17 Transaktionen
Rang 10 (Vorjahr: 8)
9,8 Milliarden Dollar
9 Transaktionen
Thomson Reuters, ausgewerteter Zeitraum: 1. Januar bis 18. Dezember 2012
Die Deutsche Bank ist dabei, ihre Zielgruppe bei Mittelständlern deutlich nach unten ausweiten. Während früher vor allem Maschinenbauer oder Autozulieferer mit Milliardenumsätzen im Fokus standen, will sich Deutschlands größte Bank zunehmend auch um kleine Firmen ab einstelligen Millionenerlösen kümmern. Künftig werde „jeder mitgenommen, der den Kontakt zur Deutschen Bank sucht“, sagte jüngst ein Beteiligter.
Und Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte im Herbst deutlich gemacht: „Natürlich lieben wir das Geschäft mit (…) dem kleinen Mittelstand in Deutschland.“

Die Bank liebt nicht den Mittelständler, sondern einzig und allein ihre eigene Rendite! Da wurden und werden immer noch im Namen von Basel blabla KfW-Förderungen mit Füßen getreten und gekündigt, wenn die Rendite Verspätung hat oder nicht in der gewünschten Höhe ausfällt. O-Ton Bankberater: wissen Sie, Basel xxx soll zwar erst bis yyy umgesetzt werden, aber wenn Sie jetzt keine Sicherheiten nachlegen können, müssen wir ihren Kredit kündigen... (selbst erlebt).

Gewinnmarken (welche genau meinen Sie?)von reichlich 10% kann ich aus der veröffentlichten Bilanz nicht erkennen. Wenn der Bilanzgewinn von T€ 404 einen Gewinnvortrag von T€ 389 enthält, sind Ihre Werte nur schwer zu glauben.
Eigenmittelquoten von rund 1/3??? Wenn Sie als vorsichtiger Kaufmann die Ford. ggü. dem Gesellschafter nicht als Abzugsposten von dem EK ansetzen, dann haben Sie wenig aus den Pleiten der vergangenen Jahrzehnte gelernt. Im Falle einer Insolvenz sind diese Forderungen zu 99,9% nichts wert. Beim einem Ausgewiesenen EK von 1.080 T€ und Ford. ggü. dem GS von T€ 455 bleiben effektiv nur noch ca. T€ 625.Das sind unter Berücksichtigung des Abzugsbetrages etwas über 20%.
Ich lobe ausdrücklich das Engagement eines jeden Unternehmers, der Mut und der Wille diese Tätigkeit auszuüben sind beachtlich. Jedoch an Preisen den Erfolg auszumachen ist sehr zweifelhaft, dafür gibts es genügend schlechte Beispiele.
die Hauptkritik richtet sich jedoch gegen die Art und Weise wie der Artikel aufgebaut ist und wie einseitig hier argumentiert bzw. Aussagen (siehe Blessing) verdreht werden.

Die Kommentare von "Banker" und "Wimmi28" sind nicht nachvollziehbar. Was wollen die Herren denn? Die schlechte Recherche, die sie dem Autor vorwerfen, trifft sie selbst. Die Gewinnmarken von reichlich zehn Prozent sind okay. Mehr ist nicht erreichbar im überregulierten deutschen Markt. Auch Eigenkapitalquoten von rund einem Drittel sind doch nun wirklich keineswegs die Regel! Als Kübler 1989 in Ludwigshafen gründete, brauchte er mangels Eigenkapital noch eine Bürgschaft seiner Mutter, um überhaupt die Gründungsfinanzierung hinzubekommen. Die 700.000 Euro Entnahme in 2007/08 sind keiner "Selbstbedienungsmentalität" geschuldet, sondern im Gegenteil Ausdruck seiner unternehmerischen Verantwortung. Sie sind Teil eines Gesamtpakets, mit dem zwischen 2007 und 2010 das Firmenareal um 100 Prozent erweitert wurde, mit neuen Labors, Arbeitsplätzen, einem Schulungszentrum und einer Mitarbeiterlounge. Kübler hat mehrere Patente und Marken angemeldet, er ist hochinnovativ und hat auf Energieeinsparung gesetzt, lange bevor das eine grün-politischer Megatrend wurde. 50 Prozent des Umsatzes werden von Produkten getragen, die kaum drei Jahre im Markt sind. Er ist Innovationsführer seiner Branche. All das kann man in Deutschland sonst lange suchen. Er selber ist von den Wirtschaftsjunioren bis zur Frauenkirche in Dresden auf vielfältige Weise politisch und gesellschaftlich engagiert, mit großen Einsatz an Zeit, Kraft und Geld. Er verkörpert das Gegenteil eines Abzocke-Unternehmers, als den ihn die beiden Kommentatoren darstellen wollen. Er ist ein Vorzeigeunternehmer, der aus eigener Kraft einen soliden Betrieb aus dem Nichts aufgebaut hat, seit Jahren als Innovationstreiber wirkt und seit Jahren über hundert Familien auf eigenes Risiko Arbeit und damit Lebensunterhalt gibt. Nicht umsonst ist er mehrfach von der IHK Pfalz zum Wettbewerb "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung vorgeschlagen und 2008 als Preisträger ausgezeichnet worden!
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