Unternehmensgründung
Unterstützung für Frauen mit ausgefallenen Geschäftsideen

Für Jungunternehmerinnen ist eine Firmengründung mit großen Hindernissen verbunden, sie haben es noch erheblich schwerer als Männer. Denn gerade bei den für Frauen typischen kleineren Fällen der Unternehmensgründung im sozialen, pädagogischen oder heilpflegerischen Bereich ist es immer noch schwierig, eine Hausbank zu finden.

KIEL. Regionale Förderbanken entdecken vermehrt eine neue Zielgruppe bei der Beratung zur Unternehmensgründung: Frauen. Die haben es aus unterschiedlichen Ursachen noch erheblich schwerer als Männer, Firmen zu gründen. Jungunternehmerinnen stellt sich nämlich häufig ein Hindernis bei der Firmengründung in den Weg: die so genannte Hausbankenschwelle. Denn gerade bei den für Frauen typischen kleineren Fällen der Unternehmensgründung im sozialen, pädagogischen oder heilpflegerischen Bereich ist es immer noch schwierig, eine Hausbank zu finden. Ohne Hausbank jedoch können Frauen nicht die günstigen Gründungsdarlehen beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Die regionalen Förderbanken übernehmen in vielen Fällen daher die zentrale Hausbankfunktion.

Weitere Schwerpunkte der Beratung von Frauen bei regionalen Förderbanken sind die Vorbereitung auf Bankengespräche insbesondere durch überzeugende Gründungskonzepte sowie zusätzliche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. In Schleswig-Holstein werden zudem speziell auf Frauen ausgerichtete Informationsveranstaltungen angeboten. 2008 richteten sich von insgesamt 66 Gründungsveranstaltungen 28 an Frauen. Rund 9 600 Existenzgründerinnen wurden in diesem Bundesland in den vergangenen Jahren auf diese Weise bereits beraten. Der Anteil schleswig-holsteinischer Frauen, deren Existenzgründungen aus Bundesprogrammen gefördert wurden, liegt deutlich über dem Durchschnitt der alten Bundesländer.

Die Beratungsfälle erstrecken sich über alle Branchen, wie zum Beispiel von der türkischen Änderungsschneiderei mit 400 Euro Kapitalbedarf über den Einzelhandel oder diverse Dienstleistungen wie Büroarbeiten bis hin zu Hotels mit Millionenkosten. Besonders Frauen mit einer ausgefallenen Geschäftsidee brauchen motivierende Unterstützung. Denn einerseits bietet die neuartige Idee gute Chancen. Andererseits ist wegen der Neuartigkeit und fehlenden Vergleichbarkeit mit zusätzlichen Schwierigkeiten bezüglich der Finanzierungsbereitschaft der Kreditinstitute zu rechnen. Beim Schritt in die Selbstständigkeit geht es oft um Neugründungen, aber auch um so genannte Beteiligungen an bestehenden Unternehmen oder um vollständige Betriebsübernahme - zum Beispiel anlässlich des Generationswechsels.

Die Erfahrungen zeigen, dass Frauen ihre Gründungsvorhaben häufig mit mehr zeitlichem Vorlauf für umfassende Beratungen planen. Andererseits zeigen sie im Vergleich zu Männern oft weniger Selbstvertrauen und geringere Umsatz- und Rentabilitätserwartungen, was die Finanzierungsbereitschaft der Kreditinstitute deutlich senkt. Erfreulich ist, dass gerade kleinere Vorhaben bis zu 50 000 Euro Fremdfinanzierungsbedarf pro Person mit dem so genannten Startgeld-Darlehen der KfW auch ohne Eigenkapital finanzierbar sind. Mindestens genauso wichtig ist für Frauen, dass auch zunächst nebenberufliche Gründungen förderfähig sind. In den vergangenen Jahren stieg der Anteil nebenberuflicher Gründungen.

Katharina Preusse ist Beraterin der Gründerinnenberatung der Investitionsbank Schleswig-Holstein.

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