Unternehmensinsolvenzen
Kleine Firmen in der Klemme

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig gewesen. Das lag an der guten Konjunktur, die auch bei der erfolgreichen Sanierung angeschlagener Mittelständler half. Doch nun erwarten Experten für die nahe Zukunft, dass die Sanierungsarbeit in mittelständischen Unternehmen wieder schwieriger wird.

HB DÜSSELDORF. Hintergrund ist die schwelende Krise an den Finanzmärkten. „Wir müssen leider damit rechnen, dass dies zu einer Verschärfung der Situation führen wird“, sagt Gerd-Uwe Baden, Vorstandschef der Euler Kreditversicherung. Euler hat zusammen mit dem Zentrum für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim in den vergangenen Wochen 106 führende deutsche Insolvenzverwalter befragt.

Rund 78 Prozent der Befragten gaben „Risikoscheu der Banken, die Kredite lieber an Investoren als an kriselnde Unternehmen vergeben“ als Haupthindernis für eine Sanierung an. Die Mehrheit der Insolvenzverwalter spürt nicht, dass die Suche nach Geldgebern für insolvente Firmen in den zurückliegenden fünf Jahren leichter geworden ist. Die gegenwärtige Krise am Finanzmarkt dürfte diese Lage kaum verbessern.

Vor allem für sanierungsbedürftige kleine Unternehmen prophezeien die Insolventverwalter nichts Gutes. 65 Prozent äußerten, dass angeschlagenen Firmen mit weniger als einer halben Mill. Euro Umsatz nur die Liquidierung bleibt. Immerhin: Sanierungsbedürftigen Firmen mit Umsätzen zwischen 0,5 und fünf Mill. Euro gibt die Mehrheit der Verwalter eine Überlebenschance von 50 Prozent. Auf kleine und mittlere Firmen entfiel im vergangenen Jahr die Mehrzahl des insgesamt 30 600 Unternehmensinsolvenzen.

Hoffnungen setzen die befragten Verwalter auf die Private-Equity-Branche: Ein stärkeres Engagement der Finanzinvestoren bei der Sanierung insolventer Firmen könnte die Lücke schließen, die durch risikoscheue Banken entstehe.

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