Unternehmensnachfolge
Übergabe an die Manager

Jährlich müssen sich in Deutschland 71 000 Betriebe um einen Generationenwechsel kümmern. Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen finden keinen Nachfolger in der Inhaberfamilie. Für sie bietet sich ein Management Buy-out an, so wie es die Hamburger GFA Beratungsgesellschaft getan hat.

HAMBURG. Im heiß-trockenen Peru und Bolivien planen die norddeutschen Ingenieure und Berater der GFA Consulting Group derzeit ein landwirtschaftliches Bewässerungssystem. „Ohne unseren Mitarbeiterstab vor Ort würde das gar nicht gehen“, sagt Johannes Lagemann, der seit 35 Jahren als Agrarökonom in der Entwicklungshilfe tätig ist.

Er ist Gründer und Geschäftsführer der GFA, die mit knapp 300 Beschäftigten in 70 Ländern aktiv ist. In Deutschland ist die Hamburger Gesellschaft Marktführer. Insgesamt 200 Projekte betreut das Unternehmen – in den Bereichen Klima, Wasser und Energie, Ernährung, Verwaltung, Bildung und Gesundheit. Zu den Auftraggebern gehören die EU, die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und die staatliche KfW Bankengruppe.

Das inhabergeführte Unternehmen erwirtschaftete 2006 rund 50 Mill. Euro Umsatz. Verständlich, dass der 58 Jahre alte Lagemann jetzt, wo er sich langsam aus dem aktiven Arbeitsleben zurückziehen will, ungern sein Lebenswerk auf dem freien Markt verkaufen möchte. Deshalb hat er seine Nachfolgeregelung über einen Management Buy-out (MBO) organisiert.

„Für mich ist diese Regelung ideal: Ich kann meine Firmenanteile an drei fest im Unternehmen verankerte Manager weitergeben. So weiß ich, dass die Firmenpolitik mit großer Kontinuität weiterläuft“, sagt er. Unterstützt wurde die GFA-Gruppe, zu der neben der GFA Consulting noch zwei IT-Firmen zählen, bei der Nachfolgeregelung von der Haspa BGM. Die Beteiligungstochter der Hamburger Sparkasse werde das Unternehmen als „langfristig orientierter Minderheitsgesellschafter“ begleiten, sagt Haspa-BGM-Geschäftsführer Carsten Röhrs. Ausschlaggebend für die Beteiligung seien die Positionierung im wachsenden Markt der Entwicklungszusammenarbeit, die Erfahrung des Unternehmens und die Qualität des Managements gewesen.

Die Haspa BGM zahlt 2,5 Mill. Euro für einen Anteil von 20 Prozent an der GFA. Der Clou: Seniorchef Lagemann zieht sich langsam und schonend aus dem Betrieb zurück und hält weiter 25 Prozent an seinem Lebenswerk. Die verbleibenden 55 Prozent liegen bei den drei neuen Chefs und einigen Mitarbeitern in Führungspositionen. Die Finanzierung setzt sich aus Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und Fremdfinanzierung zusammen. Durch einen hohen Eigenkapitalanteil von knapp 50 Prozent besteht ein ausreichender Puffer für mögliche Ertragsschwankungen; ein Teil der Erträge bleibt für das geplante Wachstum im Betrieb.

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