Unternehmensnachfolge
Was die Chefin an Nachfolgern schätzt

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen sind Frauen in puncto Nachfolgefindung deutlich schneller und verantwortungsbewusster. Dies hat oftmals mit eigenen Erfahrungen zu tun, denn knapp die Hälfte aller Unternehmerinnen übernimmt die Leitung des Familienbetriebs unerwartet. Was Frauen bei der Suche nach einem Nachfolger besonders am Herzen liegt.

DÜSSELDORF. Da ist jemand ein Leben lang Unternehmertochter, und dennoch kommt der Moment überraschend: der Moment, in dem man - respektive frau - die Leitung des Familienbetriebs übernehmen und in die Fußstapfen der Altvorderen treten soll. Knapp die Hälfte aller Nachfolgerinnen übernimmt unerwartet den Familienbetrieb. Das belegt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Befragung von 297 selbstständigen Frauen - alle sind Mitglieder des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VDU) - ergab vor allem: Eltern sagen es ihren Töchtern oft nicht früh genug, wenn sie ihnen eines Tages die Chance zur Unternehmensnachfolge geben möchten. Das dient der Sache nicht, da es deshalb oft an Qualifikation mangelt: 60 Prozent der befragten Nachfolgerinnen, die relativ überraschend ihr Unternehmen übernommen haben, haben dafür keine entsprechende Ausbildung. Bei Nachfolgerinnen, die dagegen schon früh von der Übernahmemöglichkeit erfahren haben, liegt dieser Anteil nur bei rund 30 Prozent.

Mit der Planung ihrer Nachfolge lassen sich viele Firmenlenker allzu viel Zeit, manche sogar bis in die 70er: Prominente Beispiele sind Haribo-Chef Hans Riegel, der mit 86 Jahren noch keine Nachfolge einleitet, oder der 76-jährige Erwin Franz Müller. Auch er hat für sein Drogerie-Imperium noch keinen Nachfolger.

Die Unternehmerinnen, die das IW befragte, sind da deutlich schneller und vor allem verantwortungsbewusster: Sie schließen ihre Nachfolgeplanung im Schnitt mit 62 Jahren ab und nehmen sich dann vor, die Stabübergabe mit 66 Jahren auch zu vollziehen. Bereits mit 50 Jahren beginnen sie, darüber nachzudenken, wer einmal in ihre Fußstapfen treten soll.

Und was sind die Punkte, die die Unternehmerinnen bei ihrer Suche nach einem Nachfolger besonders im Blick haben? Am meisten liegt ihnen die Sicherung der Arbeitsplätze am Herzen, erforschte das IW. Und zwar weit mehr als die Absicherung ihrer eigenen Altersversorgung oder die wirtschaftliche Absicherung von Familienangehörigen.

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