Unternehmenssteuerreform: DIHK sieht Nachteile für Mittelstand

Unternehmenssteuerreform
DIHK sieht Nachteile für Mittelstand

Die Mittelstandsverbände fordern eine Nachbesserung der Unternehmensteuerreform zu Gunsten von Personengesellschaften. So sollen Steuern auf bestimmte Gewinne gesenkt werden. Das Finanzministerium befürchtet jedoch ein bürokratisches Monster.

BERLIN. Die Mittelstandsverbände fordern bei der geplanten Unternehmensteuerreform eine weitere Verbesserung für Personengesellschaften. Der DIHK und acht Branchenverbände, darunter Handwerk, Handel und Gastgewerbe, wollen eine niedrigere Steuerlast auf jene Gewinne erreichen, die ein Unternehmer zuerst investieren wollte, dann aber später doch aus der Firma nimmt. Der Grund: In diesen Fällen ist die Steuerlast höher als heute. „Unternehmer haben es nicht immer in der Hand, ihre Entnahmen zu steuern“, sagte DIHK-Steuerexperte Jörg Schwenker. Wenn zum Beispiel nach einer Betriebsprüfung eine Steuernachzahlung fällig werde, kann ein Gesellschafter durchaus unerwartet gezwungen sein, eigentlich für Investitionen vorgesehene Mittel aus dem Betrieb nehmen zu müssen, so Schwenker.

Im Mittelpunkt der geplanten Unternehmensteuerreform steht eine niedrigere Steuerlast für Firmen. Nach dem ersten Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sinkt für Kapitalgesellschaften die Steuerlast von 38,65 auf 29,83 Prozent. Personengesellschaften, auf deren Gewinn der Eigentümer Einkommensteuer zahlt, sollen auf einbehaltene Gewinne ebenfalls unter 30 Prozent Steuern zahlen.

Für gut verdienende Unternehmer, die heute den Spitzensteuersatz zahlen, verringert sich für einen komplett reinvestierten Gewinn die Steuerlast von 45,68 Prozent auf 29,77 Prozent, haben Steuerberater von Ernst & Young ausgerechnet. Der Vorteil wird jedoch zum Nachteil, falls der Unternehmer dieses Geld später doch aus der Firma nimmt: Er muss ihn nachversteuern - im Jahr 2008 zur Hälfte mit dem persönlichen Einkommensteuersatz und ab 2009 mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent.

Nach Steinbrücks Gesetzentwurf muss er immer zuerst den zuvor begünstigten Gewinn entnehmen. Die Mittelstandsverbände fordern, dass er sich zuerst aus alten zuvor nicht begünstigten Rücklagen steuerfrei bedienen kann. Das allerdings würde nach Auffassung von Finanzstaatssekretär Axel Nawrath dazu führen, dass für jeden Gesellschafter permanent zwei Konten geführt werden müssten. „Wir wollten kein bürokratisches Monster“, sagte er. „Die Unternehmer nehmen dafür gerne den bürokratischen Aufwand von zwei Konten in Kauf", konterte Schwenker.

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