Unternehmenssteuerreform
Firmen müssen Leasinggeschäft neu berechnen

Leasing ist bei Unternehmern sehr beliebt: Über 50 Prozent aller außenfinanzierten gewerblichen Investitionen in mobile Güter erfolgen über Leasing. Im Zuge der Unternehmenssteuerreform müssen Firmen ihr Leasinggeschäft neu berechnen. Die grundsätzliche Vorteile der Finanzierungsform bleiben aber bestehen

PADERBORN. 46 Mrd. Euro wurden im vergangenen Jahr in mobile Leasinggüter investiert, für 2007 belaufen sich die Schätzungen auf über 50 Mrd. Das haben Erhebungen des Münchener ifo-Instituts gezeigt.

Die große Mehrheit der Leasingnutzer ist offenbar zufrieden. Insbesondere größere mittelständische Unternehmen planen, Leasing in den nächsten drei Jahren weiter auszubauen. Dies berichtete der Bundesverband Deutscher Leasinggesellschaften (BDL) vor kurzem auf einem Leasingsymposium in Frankfurt, das vom Forum-Institut für Management Heidelberg initiiert wurde. Die qualitativen Aussagen stützen sich auf eine in diesem Jahr durchgeführte Erhebung des TNS Infratest Instituts für Finanzforschung. Die Untersuchung zeigt, dass deutsche Unternehmen die gleichmäßige Kostenverteilung über die Laufzeit des Vertrages als den größten Vorteil von Leasing betrachten. Hintergrund ist, dass die Firmen die Amortisation der jeweiligen Güter besser kalkulieren können. Als zweitwichtigster Vorteil nennen die Unternehmen folgenden Faktor: Leasing ermögliche es, die Betriebsausstattung auf dem neuesten Stand zu halten. Danach folgen Kriterien wie Liquiditätsschonung, Flexibilität der Vertragsgestaltung sowie steuerliche Vorteile. Bislang bestehen die steuerlichen Vorzüge des Leasings in der vollständigen Abzugsfähigkeit der Leasingraten als Betriebsausgabe. Ab 2008 sollen beim Leasing im Zuge der Unternehmensteuerreform 25 Prozent des Finanzierungsanteils von Leasingraten zum Vorsteuergewinn hinzugerechnet werden. Dabei wurde der Finanzierungsanteil beim Mobilienleasing pauschal auf 20 Prozent der Leasingraten festgelegt.

Bei einer monatlichen Leasingrate in Höhe von 1 000 Euro müssen danach künftig 50 Euro der Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer hinzugerechnet werden. Auf die Bemessungsgrundlage wird dann die Gewerbesteuer hebesatzmäßig errechnet. Bei einem Hebesatz von beispielsweise 400 Prozent und der reduzierten Gewerbesteuermesszahl von 3,5 Prozent fallen somit künftig 0,7 Prozent der Leasingraten als Gewerbesteuer an, sofern der Kunde über den Freibetrag von 100 000 Euro hinauskommt und das Unternehmen die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft aufweist. Sollte dies der Fall sein, verteuert sich – auf die Beispielrechnung bezogen – die Leasingrate im Ergebnis um monatlich sieben Euro und jährlich um 84 Euro. Für Service-Komponenten muss kein Finanzierungsanteil berechnet werden, da diese einen solchen nicht enthalten.

„Auch nach Inkrafttreten der Unternehmensteuerreform können Leasing-Kunden davon ausgehen, dass Leasing nichts von seinen bisherigen Vorzügen wie Flexibilität, Bilanzneutralität und Schonung der Liquidität einbüßen wird“, sagt Hans-Michael Heitmüller, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Leasing AG, der größten deutschen universellen Leasinggesellschaft. Für das Fahrzeugleasing, dem mit Abstand größten Leasingsegment, ist Lars-Henner Santelmann, Chef der hier marktführenden Volkswagen Leasing, ebenfalls optimistisch: Fahrzeugleasing ermögliche den regelmäßigen Umstieg auf ein Neufahrzeug mit der neuesten Technik und Sicherheitsausstattung, verbunden mit Servicekomponenten.

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