Unternehmerkredit
Förderbanken spüren deutlichen Zulauf

Die Förderbanken des Bundes und der Länder erleben derzeit einen Ansturm der Unternehmer, die sich über die Palette der Förderinstrumente informieren wollen. Ob dies auch zu höheren Abschlüssen führt, ist aber noch offen, weil die Auswirkungen des konjunkturellen Einbruchs auch die Nachfrage beeinträchtigen könnten.

FRANKFURT. Die Förderbanken des Bundes und der Länder erleben derzeit einen Ansturm der Unternehmer, die sich über die Palette der Förderinstrumente informieren wollen. "Es gibt eine sehr lebhafte Nachfrage nach Informationen und Produkten", sagte ein Sprecher der KfW Bankengruppe. Aktuell spüre man beispielsweise bei klassischen Darlehensprodukten wie dem Unternehmerkredit deutliches Interesse. Ob dies auch zu höheren Abschlüssen führt, ist aber noch offen, weil die Auswirkungen des konjunkturellen Einbruchs auch die Nachfrage beeinträchtigen könnten. Vor allem große Mittelständler und kleine Unternehmen seien derzeit auf die Förderbanken angewiesen, mittelgroße Firmen seien dagegen in der Regel in der Region verankert und würden von Sparkassen und Volksbanken ausreichend versorgt. "Die Globaldarlehen, die wir durchleiten, laufen sehr gut. Im vergangenen Jahr verzeichneten wir hier ein Plus von rund 30 Prozent. Im Januar und Februar haben sich die Volumina sogar mehr als verdoppelt", sagt Wilhelm Freiherr von Haller, Mitglied des Management Committee Deutschland bei der Deutschen Bank. Die Beratung der Unternehmen bei den Förderprogrammen des Bundes und der Länder entwickele sich zu einem wichtigen Baustein im Mittelstandsgeschäft.

Im vergangenen Jahr war noch kein sprunghafter Zuwachs zu verbuchen, die KfW hatte beispielsweise beim Unternehmerkredit mit neun Mrd. Euro etwa so viel vergeben wie im Jahr zuvor. Allerdings ist das Angebot mittlerweile breit gefächert, Unternehmer haben es schwer, sich zu orientieren. So verweist die KfW auch auf spezielle Förderfenster für kleine und mittlere Unternehmen, die gemäß der EU-Vorgaben für zinsverbilligte Mittel in Frage kommen. Die Orientierung und Optimierung der Förderangebote werde zu einem wichtigen Wachstumsfeld für die durchleitenden Banken vor Ort, meint ein Bankmanager in Frankfurt.

Auch bei der NRW Bank werden die Informationsangebote "enorm nachgefragt", sagte ein Sprecher der Bank. Bei der Telefonberatung seien seit Ende Januar über 800 Anrufe von Mittelständlern eingegangen, hinzu kommen Beratertage bei den IHKs sowie Banken und Sparkassen. Nach den Kfz-Zulieferern und den exportorientierten Firmen würden jetzt auch Mittelständler aus anderen Branchen prophylaktisch Informationen über neue Finanzierungswege einholen. Leider kämen viele Unternehmen erst dann zur NRW Bank, wenn ihre wirtschaftliche Lage bereits sehr angespannt sei. "Hier unser Appell: Je früher sich ein Unternehmen über mögliche Förderinstrumente informiert, desto einfacher ist auch eine Finanzierungslösung mit Förderprogrammen mit den Banken und Sparkassen zu schnüren", so der Sprecher.

Die Förderinstitute sind mit ihrer Refinanzierungsgarantie des jeweiligen Bundeslandes oder des Bundes im Rücken von der Vertrauenskrise an den Finanzmärkten bisher kaum betroffen. Sie konnten in den vergangenen Monaten dazu beitragen, die Märkte zu stabilisieren und die regionale Wirtschaft zu stärken - insgesamt erlebt das Geschäftsmodell eine spürbare Renaissance.

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