Unternehmerpaar
Lieber waschen als studieren

Im Jahre 1970 reagiert das Unternehmerpaar Böge auf die Errungenschaften des technischen Fortschritts – und beschließt, in die professionelle Vermietung von Berufskleidung einzusteigen. Warum sich Peter Böge, Chef der Kieler Wulff Textil-Service GmbH, fürs Unternehmertum und gegen seinen VWL-Abschluss entschied. Eine Erfolgsgeschichte.

KÖLN. Es gibt Tage, die über ein ganzes Leben entscheiden. Peter Böge erlebte einen solchen Tag im Alter von 21. Am 31.12.1962 ging er auf eine Silvesterparty von Freunden. Man kann jetzt von Zufall oder Schicksal sprechen, vielleicht auch von beidem. Fest steht: Peter Böge begegnete an diesem Abend seiner zukünftigen Frau, und diese Begegnung sollte auch über seinen späteren Berufsweg entscheiden.

Der gebürtige Kieler lernte auf der Feier Margarete Wulff kennen. Deren Urgroßeltern hatten bereits im Jahr 1868 in Kiel eine Wäscherei eröffnet. Nach dem zweiten Weltkrieg bauten Wulffs Eltern die Wäscherei wieder auf und eröffneten in Kiel und dem nahen Umland weitere Filialen.

Nachdem Peter Böge seinen Wehrdienst beendet hatte, absolvierte er zunächst eine Banklehre und begann dann ein VWL-Studium in Kiel: „Damals wollte ich noch Versicherungsmathematiker werden“, sagt Böge heute. An die Idee, eines Tages eine Firma zu leiten, hatte er zu dem Zeitpunkt noch keinen Gedanken verschwendet.

Seine zukünftige Frau Margarete arbeitete bereits seit 1964 im Familienbetrieb. Böge sammelte dort in seinen Semesterferien die ersten praktischen Erfahrungen. Als der Firmenchef kurze Zeit später starb, übernahm zunächst Margarete gemeinsam mit ihrer Mutter die Geschäftsleitung.

Drei Jahre später passierten dann gleich zwei entscheidende Dinge im Leben von Peter Böge: Er heiratete Margarete Wulff, die daraufhin den Nachnamen ihres Ehemanns annahm. Der studierte damals noch - doch auch das änderte sich in diesem Jahr. Böge brach das Studium nach acht Semestern ab und stieg mit in die Firma ein, um seine Frau zu unterstützen: „Eine für mich damals schwerwiegende Entscheidung, die sich im Nachhinein jedoch als goldrichtig erwiesen hat“, sagt Böge rückblickend. Vielleicht hatten sich bei Böge auch einfach die Gene durchgesetzt, denn der stammt aus einer norddeutschen Kaufmannsfamilie. 100 Jahre nach der Gründung war der Familienbetrieb Wulff nun in der vierten Generation.

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