Urheberrechte
Merkel will deutschem Mittelstand in China helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem deutschen Mittelstand Unterstützung in China zugesagt – vor allem beim Thema Urheberrechte. Denn gerade bei mittelständische Unternehmen geht die Angst um, dass ihr Produkt oder ihre Idee kopiert wird.

HB SHANGHAI. „Ich denke, wir müssen alles dafür tun, dass auch die mittelständischen Unternehmen den Schritt in die globale Welt schaffen“, sagte Merkel zum Abschluss ihres ersten Besuches in China vor Vertretern der deutschen Wirtschaft in Schanghai. Die Bundesregierung versuche auf der China- Reise, besonders den kleineren Firmen Rückendeckung zu geben, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). „Die großen Unternehmen können sich selbst helfen“, fügte er auf einem Empfang im Deutschen Zentrum in Schanghai, wo der Minister zuvor Büros zweier mittelständischer Unternehmen besucht hatte, hinzu.

Glos bleibt einen Tag länger in China als die Bundeskanzlerin, die am Mittag nach Deutschland zurückgeflogen war. Der Minister wohnte in Schanghai der Grundsteinlegung für einen neue Produktionshalle der hessischen Firma Rittal bei, einer der weltweit führenden Anbieter für Gehäuse- und Schaltschranktechnik. „Sie haben gezeigt, dass man im chinesischen Markt erfolgreich sein kann“, lobte Glos den Betrieb, der seit 2002 seinen Umsatz in China verfünffacht hat. „Die eigentliche Stärke der deutschen Wirtschaft sind die mittelständischen Betriebe, die sich aufmachen zu neuen Ufern.“

Rittal wird in diesem Jahr in seinem Schanghaier Werk 100 neue Mitarbeiter einstellen. Derzeit arbeiten dort 600 Angestellte. Der Betrieb wurde im Beisein des Wirtschaftsministers eingeweiht. Das Betriebsgelände soll noch um 4000 Quadratmeter erweitert werden. Ein Thema unter den Mittelständlern war auch die Missachtung von Urheberrechten in China. Die Bundesregierung solle die chinesische Seite darauf drängen, wirksamer auf den Schutz des geistigen Eigentums zu achten, sagte Norbert Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Rittal.

„Es ist natürlich gerade für mittelständische Unternehmen, die oft nur über ein Produkt in ihrer Palette verfügen und auf einigen Gebieten sogar Weltmarktführer sind, sehr wichtig, dass dieses Produkt oder diese Idee nicht kopiert werden“, sagte Glos der dpa. Der Minister betonte, dass neue Arbeitsplätze in China auch neue Arbeitsplätze in Deutschland mit sich brächten. Dies habe Rittal gezeigt. Die Firma liefert ihre Produkte in China an die Automobilindustrie und an Infrastrukturbetriebe wie Eisenbahngesellschaften. Zu den Kunden gehört auch der deutsche Elektro-Konzern Siemens.

Glos wird am Mittwoch mit einer Wirtschaftsdelegation in die südchinesische Stadt Nanjing weiterfliegen. Dort wird er unter anderem einen Verbundstandort des Chemie-Konzerns BASF besuchen.

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