US-Milliardär auf Einkaufstour
Buffett will für 40 Milliarden einkaufen

Der Investor Warren Buffett nimmt bei seiner Einkaufstour in Deutschland auch größere Firmen ins Visier. „Ich hoffe, wir können in Deutschland, in den USA und anderswo große Deals machen“, sagte Buffett am Montag in Frankfurt. „Je größer, desto besser“, fügte er hinzu.

HB FRANKFURT. Sein Interesse gelte vor allem familiengeführten Firmen mit einem Vorsteuerergebnis von mindestens 50 Mill. Euro. Der 77-Jährige, der laut „Forbes“ der reichste Mann der Welt ist, betonte, er habe derzeit rund 40 Mrd. Dollar für Investitionen zur Verfügung.

Eine Vorliebe für bestimmte Branchen habe er dabei nicht. „Ich investiere aber nur in Firmen, deren Geschäftsmodell ich verstehe“, sagte er. Ganz allgemein gesehen kenne er sich etwa im Bereich Konsumgüter oder Versicherungen gut aus. Buffett betonte, seine Firma Berkshire Hathaway wolle das Management übernommener Unternehmen an Bord lassen und die Firma gemeinsam mit der früheren Führungsriege weiterentwickeln. Grundsätzlich sollten die Kaufziele auf Jahre hinaus konkurrenzfähig und nicht sanierungsbedürftig sein. „Es gibt kein bestimmtes Rezept, in welche Firma man investieren soll“, sagte er. Es sei immer eine Entscheidung im Einzelfall.

Buffett hatte kürzlich erstmals Interesse an deutschen Mittelständlern bekundet. Auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen ist er in diesem Monat in mehreren europäischen Staaten unterwegs. „Es ist für mich eine Art verschobene Einkaufstour“, sagte er. Zunächst wolle er mit Unternehmern reden und sich mit ihnen bekanntmachen. „Wir werden niemanden drängen, aber die Firmenchefs müssen wissen, dass wir da sind, wenn sie einen Investor brauchen“, sagte er.

Kürzlich war der Amerikaner mit einem geringen Anteil bei der Münchener Rück eingestiegen. Vor wenigen Tagen hatten Gerüchte über einen bevorstehenden Einstieg Buffetts die Aktien von Heidelberger Druck stark beflügelt. Insgesamt kontrolliert Berkshire über 70 Firmen aus diversen Branchen. Darunter sind auch Beteiligungen an US-Konzernen wie Coca-Cola oder Procter & Gamble.

Mit Blick auf die weltweite Krise an den Finanzmärkten zeigte sich Buffett skeptisch. „Ich denke nicht, dass die Auswirkungen der Kreditkrise schon vorbei sind“, sagte der Investor. Es könne möglicherweise zu weiteren Effekten in einer zweiten oder dritten Runde kommen. Weltweit mussten Banken bis jetzt Experten zufolge über 300 Mrd. Dollar abschreiben.

Führende Banker, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Malcolm Knight, hatten in den vergangenen Tagen von einem nahenden Ende der Krise gesprochen. Noch seien die Turbulenzen zwar alles andere als ausgestanden, es gebe aber erste Anzeichen einer Entspannung an den Märkten.

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