VDW-Chef Helmut von Monschaw
„Service ist unerlässlich“

Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken sieht seine Mitgliedsunternehmen gut aufgestellt. Der Vorsitzende Helmut von Monschaw spricht über Wachstumschancen durch Lasertechnik, die Erwartungen der Kunden und den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs.

Handelsblatt: Herr von Monschaw, der deutsche Werkzeugmaschinenbau boomt seit Jahren. Wie lange geht das noch weiter?

Von Monschaw: Der Blick in die Zukunft ist natürlich immer schwierig. Aber was ich für die ersten beiden Monate dieses Jahres von unseren Mitgliedern gehört habe, stimmt mich sehr positiv. Es gibt keine Anzeichen für eine Abschwächung. Allerdings bestehen einige Unsicherheiten: Was sich zurzeit an den weltweiten Finanzmärkten tut, gibt wohl in jeder Branche Anlass zur Besorgnis. Zudem hören wir in Deutschland auch auf politischer Seite keine guten Nachrichten. Sollte die Linkspartei, die ja nicht gerade für ihre unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik bekannt ist, an Zulauf gewinnen, wird das Investoren abschrecken.

Die Beschäftigtenzahl im deutschen Maschinenbau steigt sprunghaft. Erlebt unsere Industrie eine Renaissance?

Von Renaissance würde ich nicht sprechen. Ich würde das Thema von der anderen Seite angehen und behaupten, dass sich die deutsche Industrie nie im Niedergang befunden hat. Der Trend zur reinen Dienstleistungsgesellschaft war bei uns stets weniger stark ausgeprägt als in den angelsächsischen Ländern. Natürlich sind auch hierzulande Industriearbeitsplätze abgebaut oder verlagert worden. Das hat die deutsche Wirtschaft allerdings erst so konkurrenzfähig gemacht, wie sie heute ist.

Ist Spezialisierung der Schlüssel zum Erfolg auf dem Weltmarkt?

Heutzutage ist es unerlässlich, sich auf hohe Qualität, erstklassigen Service und optimale Problemlösungen zu spezialisieren. Trotzdem müssen die Produkte flexibel bleiben und sich sozusagen wie aus dem Baukasten an die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen.

Wo sitzt die härteste Konkurrenz für deutsche Hersteller?

Die stärksten Mitbewerber sitzen in Japan, Italien und der Schweiz. Allerdings ist keines dieser Länder derart breit aufgestellt wie die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie. Wir haben einfach das umfassendste Angebot. Sicherlich besetzen auch die Schweiz oder Italien einige Bereiche sehr erfolgreich und haben sogar in bestimmten Nischen die Nase vorn. Insgesamt sind wir aber weltweit führend.

Wie profitieren deutsche Unternehmen von der neuen Investitionslust in Russland?

Russland ist ein wunderbarer Markt für deutsche Unternehmen. Denn dort wurde es versäumt, in eine eigene Werkzeugmaschinen-Industrie zu investieren. Dafür haben die Russen ihr Geld massiv in die Auto-, Flugzeug und natürlich Rohstoff-Industrie gesteckt. Und in diesen Branchen brauchen sie jetzt hoch entwickelte Werkzeugmaschinen aus Deutschland. Man denke beispielsweise an die Fertigung komplexer Motoren für die Automobilindustrie, die Bearbeitungsverfahren von hoher Genauigkeit benötigen.

Kunden wünschen sich nicht nur innovative Werkzeuge, sondern auch Dienstleistungen. Welche Rolle spielt der Service inzwischen?

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