Veräußerungen von Unternehmen
Buyout-Markt kommt in Schwung

Im vergangenen Jahr überstieg das Transaktionsvolumen im europäischen Buyout-Markt erstmals die Summe von 100 Milliarden Euro. Die Zahl der Transaktionen mit einem Wert von jeweils über einer Milliarde Euro erreichte 2005 einen neuen Höhepunkt.

HB FRANKFURT. Der Mittelstandsmarkt mit Veräußerungen von Familienbetrieben und Unternehmen im Privatbesitz stellte dabei den höchsten Anteil unter den Buyout-Transaktionen. Der Trend zu „Secondary Buyouts", also Veräußerungen an einen anderen Finanzinvestor, setzte sich fort. Dies dokumentiert die alljährlich publizierte Studie Europe Buyout Review von Incisive Media und der Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint als wichtigste Entwicklungen im Buyout-Markt mit Private Equity in Europa in einer umfassenden Statistik.

Das gesamte Volumen der Private-Equity-Bruttoinvestitionen für Buyouts im europäischen Markt wuchs im vergangenen Jahr auf 116,5 Milliarden Euro, ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2004. Es wurden 28 Transaktionen über jeweils mehr als einer Milliarde Euro abgeschlossen, deren Gesamtwert damit um 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahm.

Der Mittelstandsmarkt dominierte jedoch die Buyout-Aktivitäten 2005 unübersehbar: Der Gesamtwert der Deals zwischen 25 und 500 Millionen Euro stieg in Europa um über 17 Prozent auf 42 Milliarden Euro, die Zahl der Transaktionen erhöhte sich um 18 Prozent auf 360. Im Segment zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro gab es einen Anstieg der Buyouts um 25 Prozent auf 34 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 24,4 Milliarden Euro.

Im klassischen mittelständischen Marktsegment zwischen 25 und 500 Millionen Euro liegt der deutsche Buyout-Markt mit 54 Transaktionen im Gesamtwert von 6,9 Milliarden Euro an dritter Stelle in Europa hinter Großbritannien mit 105 Deals im Gesamtwert von 12,5 Milliarden Euro und Frankreich mit 81 Deals mit einem Wert von 8,3 Milliarden Euro. Damit sind die Erwartungen der vergangenen Jahre zunehmend erfüllt worden. Der deutsche Mittelstand hat den Nutzen privaten Beteiligungskapitals in deutlich steigendem Maß erkannt und Finanzinvestoren als unternehmerische Partner akzeptiert. So erschließt sich immer mehr der größte und wichtigste Marktbereich in Deutschland: die klassischen Familienunternehmen.

Die Anzahl der Verkäufe von Privat- und Familienunternehmen insgesamt stieg im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 228 Transaktionen, die nun mit 38 Prozent aller Buyouts in ganz Europa das größte Segment stellen. Das zweitstärkste Segment mit 35 Prozent aller europäischen Transaktionen bilden die Secondary Buyouts (Veräußerung an einen weiteren Finanzinvestor). Ihre Zahl wuchs im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 161 Transaktionen. Ihr Gesamtwert stieg sogar um über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 40 Milliarden Euro.

Der Anteil der Veräußerungen von Geschäftsbereichen europäischer Unternehmen – im Vorjahr noch das führende Segment – ging dagegen um zehn Prozent auf weniger als 30 Prozent der gesamten Buyout-Aktivitäten zurück, obwohl der Wert dieser Deals um fast 21 Prozent auf über 36 Milliarden Euro wuchs. Public-to-Private-Transaktionen (Delistings von börsennotierten Unternehmen) repräsentierten mit 27 Deals nur fünf Prozent des Marktgeschehens, obwohl sie 20 Prozent zum Gesamtwert der Buyouts im vergangenen Jahr beitrugen.

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