Verbändelandschaft
Handwerk und DIHK rücken zusammen

Die Verbändelandschaft in Deutschland gerät in Bewegung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kündigten am gestrigen Dienstag an, sie wollten ihre Zusammenarbeit "vertiefen und ausbauen". Ziel sei, die "wirtschaftspolitische Schlagkraft in Berlin und Brüssel" zu erhöhen.

str BERLIN. Dazu werde man die inhaltliche Arbeit stärker verzahnen und Synergien bei internen Dienstleistungen anstreben. Nach Einschätzung von Hans Werner Busch vom Institut für Verbandsmanagement stehen die Verbände vor weiteren einschneidenden Veränderungen. Es gebe erheblichen Konsolidierungsbedarf, sagte Busch dem Handelsblatt: "Die derzeitigen Strukturen sind so auf Dauer nicht mehr zu halten."

In der Vergangenheit war immer wieder über ein Zusammengehen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) spekuliert worden. Presseberichte über eine bevorstehende Fusion hatten beide Verbände allerdings stets zurückgewiesen. Als Motor der Entwicklung gilt der BDI mit seinem Präsidenten Jürgen Thumann.

Veränderungen sind auch bei den Verbänden der Energiebranche zu erwarten. Hier wird seit Monaten an neuen Strukturen gearbeitet. "Die weit reichende Differenzierung der Verbandslandschaft in diesem Bereich ist nicht mehr zeitgemäß", sagte Busch. "Die Vielstimmigkeit vermindert die Schlagkraft gegenüber der Politik ganz erheblich."

Die Energiebranche steht beispielhaft für ein besonders ausgeprägtes Verbandswesen. Ob Stromerzeuger, Netzbetreiber oder Kraftwerksbauer - jede Fraktion unterhält ihre eigene Interessenvertretung. Über 30 Verbände, Landesgruppen und Interessengemeinschaften vertreten die Belange der Branche.

In Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten ein besonders ausgeprägtes Verbändewesen entstanden, das zumindest europaweit einzigartig ist. In der Politik wird beklagt, nicht selten würden selbst kleinste Veränderungen durch beharrliche Lobbyarbeit der Verbände verhindert. Nicht selten verträten verschiedene Verbände innerhalb einer Branche gegensätzliche Positionen.

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