Verband geht von geringerem Umsatzeinbruch ein
Einzelhandel erwartet 30 000 Firmenpleiten

Der deutsche Einzelhandel erwartet für 2003 nicht mehr einen so großen Umsatzeinbruch wie noch zu Jahresanfang prognostiziert. Dennoch rechnet der Branchenverband HDE für das laufende Jahr mit 30 000 Firmenpleiten und dem Abbau von 30 000 Arbeitsplätzen.

Reuters BERLIN. Der Verband gehe für 2003 nun von einem Umsatzrückgang von nominal einem Prozent zum Vorjahr und nicht mehr von einem Minus von 1,5 Prozent aus, sagte der Präsident der Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, am Mittwoch laut Redetext in Berlin. Bei dem prognostizierten Umsatzrückgang läge die Branche damit auf dem Niveau des Rezessionsjahres 1993.

„Der HDE geht davon aus, dass mehr als 30.000 Einzelhandelsgeschäfte das Jahr nicht überleben“, sagte Franzen. Im Saldo gebe es voraussichtlich 15.000 Geschäfte und 30.000 Jobs weniger.

Der Handel hatte das Jahr 2002 mit einem Umsatzminus von nominal rund zwei Prozent als das schwächste der Nachkriegszeit bezeichnet.

Nominales Umsatzplus von 0,3 Prozent bis April 2003

In den ersten vier Monaten 2003 lagen die Einzelhandelsumsätze insgesamt nominal 0,3 Prozent und real 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Die Stimmung der Konsumenten ist zwar nicht mehr so abgrundtief schlecht wie zum Ende des Jahres 2002“, sagte Franzen. Aber es fehle nach wie vor eine solide Anschaffungsbereitschaft bei den Verbrauchern. Zur leicht angehobenen Umsatzprognose für das laufende Jahr sagte der HDE-Präsident: „Das ist kein Grund zur Freude.“ Trotz kleiner Lichtblicke bleibe die Situation des Handels angespannt.

Der Indikator der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte jüngst eine Stabilisierung des Konsumklimas auf niedrigem Niveau signalisiert, wobei die GfK-Verbraucherumfrage aber erneut die starke Kaufzurückhaltung der Deutschen belegte. Anfang der Woche hatte es beim HDE geheißen, von einer Trendwende oder einem Ende der Konsumflaute könne keine Rede sein.

Von den ab dem kommenden Samstag bis 20.00 Uhr möglichen Ladenöffnungszeiten verspricht sich die Branche leichte Impulse. Nach einer HDE-Umfrage werden 42 Prozent der befragten Betriebe am Samstag länger als bis 16 Uhr öffnen. Neun von zehn dieser Geschäfte wollten bis 18 Uhr öffnen.

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