Verbindungstechnik
Einträgliche internationale Verbindungen

Längst ist der heimische Markt für deutsche Hersteller von Schweißtechnik, Schrauben und Klebstoffen nicht die einzige Ertragsquelle. Die Unternehmen wachsen immer stärker auf Auslandsmärken. Dort sind Innovationen besonders gefragt.

KÖLN. Wenn deutsche Minister zu Auslandsflügen aufbrechen, dann ist Eginhard Vietz oft mit an Bord. Im Mai flog der Unternehmer aus Hannover mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach Kuwait. Im März ging es mit dem niedersächsischen Amtskollegen Walter Hirsche nach Indien, ein Jahr zuvor standen Ägypten und Libyen auf dem Programm. "Mit Regierungsdelegationen unterwegs zu sein, ist ein großer Vorteil", sagt Vietz. Solche Reisen seien eine Kontaktbörse und für ihn der "Schlüssel zum Durchbruch" gewesen.

Die Vietz GmbH stellt Schweißgeräte zur Verlegung von Pipelines her. Vor 25 Jahren begann der Unternehmer mit zwei Mitarbeitern. "Ich habe von Anfang an im Ausland Kontakt gesucht", sagt Vietz. Er tat gut daran. Heute beschäftigt sein Unternehmen 200 Mitarbeiter. Rund 30 Mill. Euro setzt der Mittelständler im Jahr mit seinen Schweißgeräten um, 90 Prozent davon im Ausland.

Mit dieser Exportquote ist Vietz ein Extremfall. Doch Ausfuhr-Anteile von 50 Prozent können viele Unternehmen der Verbindungstechnik vorweisen, egal ob Schweißgeräte-, Niete- oder Klebstoffhersteller. Die Branche kann sich seit Jahren über eine boomende Nachfrage aus dem Ausland freuen und damit das dümpelnde Inlandsgeschäft ausgleichen. Beispiel Schweißtechnik: 2004 stiegen die Ausfuhren dieser Unternehmen um 8,9 Prozent auf 1,34 Mrd. Euro. Die Exporte machen damit zwei Drittel der gesamten Produktion in Höhe von zwei Mrd. Euro aus.

"Die Entwicklung wird sich auch für 2005 bestätigen", sagt Klaus Middeldorf, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbands Schweißen und verwandte Verfahren (DVS). Die Unternehmen seien weiterhin erfolgreich im Ausland. Der Grund: Bei der Fügetechnik zählen Innovationen. "Es ist weniger ein Preiswettbewerb als ein Qualitätswettbewerb." Und den meistern die deutschen Firmen augenscheinlich gut.

"Made in Germany ist in unserer Branche nach wie vor hoch angesehen", sagt Vietz. Beim Pipelinebau komme man mittlerweile um sein Unternehmen nicht mehr herum. "Wir sind Weltmarktführer." Vietz nutzt eine typische Taktik deutscher Mittelständler: "Nische suchen, Fokus draufsetzen - dann klappt's", erklärt er. "Die Anwendungsbereiche der Fügetechnik sind vielseitig und die Nischen entsprechend auch", sagt Markus Mohaupt, Analyst bei der IKB. Das mache es den Unternehmen leicht sich zu positionieren.

Die Münsteraner Weicon GmbH exportiert hochwertige Klebstoffe in über 60 Länder. "Das Ausland ist für uns sehr wichtig, wir machen dort mittlerweile mehr als 30 Prozent unseres Umsatzes - Tendenz stark steigend", sagt Geschäftsführer Ralph Weidling. 95 Beschäftigte hat die Firma, fünf davon in Dubai, wo es seit gut einem Jahr eine eigene Niederlassung gibt. "Der schnelle Kontakt ist wichtig, häufig muss man noch am selben Tag liefern", sagt Weidling.

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